Weltfrust?

Ich kann nicht schlafen, gerade kam eine Doku über Scientology (warum kommt sowas immer so spät?) und wie die die Politik in den USA unterwandern, wie sie in verschiedenen Ländern versuchen Macht zu erlangen, wie ihr Geheimdienst funktioniert, dass sie das Städtchen Clearwater praktisch okkupiert haben, dass selbst das CIA teilweise die Sekte unterstützt usw.

Nichts neues eigentlich, die USA sind offensichtlich bis auf die Grundfesten korrupt, Washington wird vom Geld regiert und die Scientologen haben welches. Immerhin finden sich immer neue Deppen, die die skurrilen Thesen des durchgeknallten SciFi-Autors Hubbard aufsaugen und sich gerne ausnutzen lassen.Ein bisschen Halt und menschliche Gemeinschaft und viele knipsen ihren Verstand aus. Ich weiß nicht, was mich mehr depremiert, die Dummheit oder die miserablen Verhältnisse die dazu führen.

Aber das ist nur ein Teil, gerade heute lese ich über die angeblichen Äußerungen Rockefellers (NWO, neue Weltordnung, Verschwörung und so). Man kann nie so richtig beurteilen, was stimmt  und was nicht. Aber wenn man sieht, wie angesichts des Euro-Niedergangs und einem unheimlichen Prestigeverlust der EU-kratur, die Medien eine ungeahnte pro-Europa Kampagne fahren, fast einheitlich Volksentscheide ablehnen und Souveränitätsaufgabe fordern (ohne dass die EU demokratisch zu nennen wäre), bekomme ich das gruseln. WIE kann das sein? Ist doch was dran an den Verschwörungstheorien? Ich meine dass Bilderbergmagazine wie die ZEIT seit jeher vollkommen unreflektiert alles bejubeln was ein EU im Titel hat und globalisierungsfreundlich ist, wundert nicht, aber auch der ÖR? Wo bleibt die Kritik am Ermächtigungsgesetz ESM? Ich hatte mal gedacht, dass ein Olaf Henkel in Deutschland Macht hat, aber der ist mittlerweile offiziell gegen den Euro. Auch wenn das vermutlich die einzige Position ist, die ich mit ihm teile, hört man davon so gut wie nichts.

Und jetzt läuft auch noch eine Doku über Chemtrails und Haarp. Noch mehr Verschwörungskram, fehlt noch 09/11 und die Mondlandung. Und da soll man nicht das Vertrauen verlieren?

Gleichzeitig triumphiert die Dummheit allerorten. Ich meine, ja, irgendwie bewundere ich Merkel für ihre Hartnäckigkeit gegen Euro-Bonds usw. gleichzeitig staune ich darüber, dass sie nicht erkennt, dass sie damit den Euro sprengen wird, an dem sie paradoxer- und ärgerlicherweise vehement festhält und hintenrum über ESM Ermächtigungsgesetze versucht genau das zu machen, was sie vornherum leugnet: eine Transfer und Haftungsunion bauen. Was will die Frau nun eigentlich? Oder ist sie nur verwirrt oder eine Getriebene?

Das wäre ja insgesamt ganz lustig, wenn es nicht die europäische und evtl. sogar die weltweite Wirtschaft in die Depression treiben könnte und zumindest die Rezession schon naht. Und die „Experten“ und Journallie überbietet sich mit Dummheiten, Paradoxien, Unverschämtheiten und blödsinnigen Vorurteilen. Die OECD ergeht sich z.B. in einem Artikel darüber, dass die duale Ausbildung die Massenarbeitslosigkeit in den USA verringern könnte. Hallo? Gehts noch dümmer? Wenn wir schon unreflektiert Relationen hernehmen, dann könnte man doch auch vorschlagen, alle Amis sollen deutsch sprechen lernen, dann wird das schon mit dem Jobs.

Da gehe ich eher mit Martin Wolf konform:

Martin Wolf (via Paul Krugman) schreibt in einem Artikel („Panic has become all too rational“)  in FT, dass er bisher nie wirklich verstanden habe, wie die 1930er Jahre passieren konnten. Nun sehe er ein. Alles, was man dazu braucht, sind fragile Volkswirtschaften, ein starres Währungssystem, eine intensive Debatte darüber, was getan werden muss, ein weit verbreiteter Glauben, dass Leiden gut ist, kurzsichtige Politiker, die Unfähigkeit zusammenzuarbeiten und das Versagen, Ereignissen gegenüber vorausschauend zu bleiben, bemerkt der Chef-Ökonom der britischen Tageszeitung aus London.“

Zitat aus http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.de/2012/06/ezb-und-der-drang-zum-bestrafen.html

 

Alternativen zu Wachstum werden gar nicht diskutiert, und selbst bei diesem ist man uneinig wie man es erreichen könnte. Angebotstheoretiker/Neoklassiker gegen Nachfrager/Keynesianer, wobei letztere (leider) in der Minderzahl sind.

Gleichzeitig sind die Meere überfischt, das Wetter verhält sich komisch (Treibhaus und so), die Rohstoffe werden immer knapper und teurer, die Weltbevölkerung wächst weiter.  Die Ungleichverteilung steigt. Und keine Lösungen in Sicht. Sind Menschen wirklich so dumm?

Mich depremiert das zunehmend. Dabei ist es nichts Neues. In den 80-igern gab es schonmal eine ähnliche Zeit, Tschernobyl, kalter Krieg, lokale Umweltverschmutzung mit toten Flüssen und absterbenden Wäldern.  Hat sich das verbessert? Ich weiß nicht. Atomkraft sind wir noch nicht wirklich los und die Altlasten werden uns noch Jahrzehnte beschäftigen. Der kalte Krieg ist einem ungehemmten Wirtschaftskrieg gewichen und einem Verteilungskrieg Oberschicht gegen Unterschicht. Und die Umweltverschmutzung hat sich von uns in die dritte Welt verlagert.

Ist die Zukunft eine düstere Dystopie? Ich hoffe nicht, man sollte so spät einfach nicht über sowas nachdenken 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Utopia4: Vollbeschäftigung – zweiter Anlauf

Kann man heute noch Vollbeschäftigung erreichen? Und das auch noch ohne dass dazu Wachstum notwendig ist? Ohne Niedriglohnsektor und Exportüberschüsse? Ohne dass der Staat die Wirtschaft abwürgt (siehe Crowding-out: http://de.wikipedia.org/wiki/Crowding-out). Ohne Überschuldungen und Enteignungen? Dafür dazu geeignet strukturschwache Regionen zu fördern?

Ich behaupte das ist möglich und möchte hierzu eine Idee skizzieren, ohne zu behaupten, sie lasse sich gleich morgen umsetzen und sei schon perfekt. Kritik ist willkommen.

Ich gehe von folgenden Annahmen aus:

a) Arbeit ist genug da, IMMER (wer daran zweifelt soll mal einem Unternehmen/Amt/Person kostenlos seine Arbeitskraft anbieten, da findet sich immer was!), eigentlich fehlt also: Geld.

b) Sowohl Ämter wie auch Unternehmen tun letztlich etwas für den Menschen, die Absichten dahinter (z.B. Gewinn) mögen unterschiedlich sein, aber das neue Produkt nützt letztlich uU genauso wie eine staatliche Leistung, ich will von vornherein also weder Staat noch privat vorziehen.

c) Geld ist nur eine Verteileinheit, es dient dazu die produzierten Waren mit einem bestimmten Schlüssel an die Menschen zu verteilen (per Lohn, Kindergeld, Rente, H4…). Zu diesem Zweck kann man es jemandem wegnehmen um es umzuverteilen (Steuer) oder es neu schaffen (z.B. per zinsloser Staatsanleihe bei der Zentralbank). Letzteres ist etwas inflationsanfälliger und muss daher strikten Regeln unterworfen werden, es gibt aber keinen Grund darauf zu verzichten, schon weil es konfliktfreier ist als Steuern.

d) Menschen wollen sich idR nützlich machen und ordentlich dafür entlohnt werden.

Hier das Konzept grob:

1) Es gibt einen Mindestlohn: der hoch genug ist, um GUT davon leben zu können, der reicht eine Familie zu ernähren, der reicht um in die eigene Zukunft zu investieren (kleine Eigentumswohnung abzahlen, Auto finanzieren, Fern-Uni machen etc.). Selbstverständlich passt er sich an die Inflation jährlich und automatisch an.

2) Für jene die nicht arbeiten wollen, theoretisch aber könnten (obdachlos, depressiv, Punks etc.) erhalten eine Grundsicherung, diese enthält die Miete für eine günstige anspruchslose Wohnung, realistische Sätze für Stromverbrauch und Nahrung etc. und ein winziges Taschengeld. Sind Kinder vorhanden, bekommen diese eine amtliche Hilfsperson zur Seite gestellt, die kindgerechte Behandlung kontrolliert und sicherstellt (auch finanziell). Für Alleinerziehende, Behinderte und Künstler sind besondere Regeln auszuarbeiten.

3) Der Staat GARANTIERT jedem jederzeit einen Job, der zu diesem Mindestlohn bezahlt wird, dieser kann aber öffentlich ODER privat sein.

4) Das Geld hierfür (wie auch für die Grundsicherung) wird von der Zentralbank zinslos geliehen.

5) Damit am Ende nicht alle Jobs vom Staat gezahlt werden, ist folgendes Konzept vorgesehen:

5.1) Alle Arbeitslosen und -fähigen AN bieten ihre Arbeitskraft für jeweils ein Jahr z.B. an einer dafür eingerichteten Arbeits-Onlinebörse an, der Lohn beginnt bei 100% vom Staat gezahlten Mindestlohn, die AG steigern sozusagen um die Arbeitskraft, je mehr Geld der AG bereit ist zu zahlen desto mehr verdrängt er den staatlichen Anteil, eine begehrte Fachkraft kann am Ende zu 100% vom AG bezahlt werden und viel mehr bekommen als den Mindestlohn.

5.2) Der AN kann sich zwischen den 3 höchsten Angeboten entscheiden (auch nachträglich wechseln), lehnt er ganz ab, bekommt er nur eine Grundsicherung. Der AG wird von den AN bewertet, so dass ein Druck besteht, den AN gut zu behandeln. Fällt ein AG bei mehreren Bewertungen unter ein bestimmtes Niveau, wird er als Bieter ausgeschlossen, es folgt eine Problemanalyse und Beratungsangebote vom Amt. Sind Verbesserungen erkennbar oder eine bestimmte Zeit ist verstrichen, darf wieder mitgeboten werden.

5.3) Der AG kann den AN bewerten, fällt der AN unterhalb einer bestimmten Bewertungsgrenze und das bei mehreren AG, dann bekommt er nur noch Grundsicherung für einen bestimmten Zeitraum oder wenn das Amt das Problem analysiert hat und Besserung erkennt. Des weiteren bekommt er freiwillige Hilfsangebote und Unterstützung vom Amt, um seine Probleme lösen zu können (psychologische Beratung, Familienberatung, Drogenentzug etc.)

Die wahrscheinlichen Folgen:

Folge1: Es kommt zu einem Sog der Privatwirtschaft in Richtung strukturschwache Regionen, weil dort viele sehr günstige Arbeitskräfte sind. Beschäftigung verteilt sich besser.

Folge2: Gerade strukturschwache Regionen können (bis vermehrte Privatwirtschaft greift und Steuern fliessen) trotzdem viele Leute in gemeinnützigen Aufgaben beschäftigen.

Folge3: Durch mehr Beschäftigung erhöht sich der Anteil der Waren und Dienstleistungen, außerdem können mehr Leute konsumieren und haben positive Aussichten (dafakto Jobgarantie). Private Kreditaufnahme (=Investition) wird befeuert.

Folge4: Der Kündigungsschutz kann entschärft werden oder wegfallen, da niemand mehr arbeitslos sein muss. Denkbar sind Lohnfortzahlungsversicherungen, die für eine bestimmte Zeit die momentane Höhe des Einkommens absichern.

Missbrauchsmöglichkeiten:

Prinzipiell muss man davon ausgehen, dass alle Seiten (Ämter, Firmen, Bürger) versuchen das System zu ihrem Vorteil auszureizen. Es gibt vermutlich kein System, welches so etwas komplett ausschliessen kann.

Missbrauch1: Der offensichtlichste Missbrauch, den ich mir vorstellen kann: eine Firma aus Arbeitnehmern, die sich gegenseitig „beschäftigen“, aber in Wirklichkeit nichts tun.  Bis zu „Mindestlohn minus Grundsicherung“ kann jeder für sich selbst bieten und kommt trotzdem besser weg als bei der Grundsicherung. Hier ist die Frage: tritt dieser Fall nennenswert oft ein oder liegen die Löhne so gut wie immer über dieser Summe (typische Vollbeschäftigungssituation mit steigenden Löhnen)? Macht es Sinn sowas zu sanktionieren oder aktzeptiert man es?

Missbrauch2: Ämter ersetzen reguläre Jobs mit Mindestlöhnern. Kann man versuchen gesetzlich zu unterbinden, eine Einschränkung ist jedoch schon die ein-Jahres-Beschränkung. Ohne regulären Arbeitsvertrag kann es sein, dass das Amt plötzlich ohne Leute dasteht. Auch hier abhängig von der Dynamik die das System entwickelt. Schwer vorhersehbar.

Missbrauch3: Mehrere Scheinfirmen eines AG bringen immer die 3 höchsten Angebote und erpressen dann den AN um ihn auszubeuten (unentgeltliche Mehrarbeit usw.), mit Drohung einer schlechten Bewertung. Eher unwahrscheinlich, da aufwendig zu inszenieren, trotzdem sollte man auf solche Tendenzen acht geben und gesetzliche Regelungen treffen. Vorstellbar sind amtliche Beschwerde-/Schlichtungsstellen und unangekündigte Kontrollen.

Aber warum nicht gleich ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)?

Ich halte das BGE aus mehreren Punkten für problematisch:

BGE1:  es gibt sehr viele verschiedene Modelle, die sich zum Teil schon in der Zielsetzung extrem unterscheiden, was eine Diskussion darum schwierig macht

BGE2: viele Anhänger gehen davon aus, dass die Arbeit weniger wird, ich bin überzeugt, dass das nicht der Fall ist (siehe oben)

BGE3: entweder man macht es so hoch, dass viele Leute aufhören zu arbeiten, was zwangsweise den Wohlstand senkt (weniger Waren und Leistungen verfügbar, uU inflationiert sich das BGE damit selbst weg) oder man macht es so niedrig, dass es nicht mehr ist, als eine soziale Notsicherung, oder anders ausgedrückt: man kommt um das jetzt  schon existente moralische Dilemma nicht herum, dass man Geld an Leute zahlt die der Gesellschaft uU nichts dafür zurückgeben wollen/können, während man gleichzeitig Leute braucht, die unangenehme Aufgaben übernehmen (z.B. stundenlang an der Supermarktkasse hocken) Ich halte das übrigens für den Hauptgrund, warum viele Leute dem BGE sehr kritisch gegenüberstehen.

BGE4: Das Menschenbild: „jeder BGEler der nicht mehr arbeitet, trägt auf andere Weise selbstständig was Nützliches zur Gesellschaft bei“, halte ich für zu optimistisch. Das mag bei vielen richtig sein, manche können vielleicht erst dann ihren wahren Ambitionen folgen (z.B. ein Buch schreiben etc.)  für sehr viele stimmt das aber mit Sicherheit nicht, schon gar nicht konsequent mehrere Stunden pro Tag. Man kann als Vergleich vielleicht gut eine Gruppe heranziehen, die nicht (mehr) arbeiten muss: Rentner. Einige davon sind sehr aktiv, viele engagieren sich z.B. in der Kommune etc. aber sehr viele tun nicht mehr als ihren Garten zu perfektionieren und alte Kontakte pflegen. Manche versacken regelrecht, wenn sie sich ungebraucht fühlen und hocken nur noch vor dem Fernseher.

BGE5: Die gesellschaftlichen Folgen sind schwer abschätzbar, von weitgehend wirkungslos bis Zusammenbruch des Staates ist alles vorstellbar, von Rezession bis Inflation. Das hängt nicht nur von der Art der Finanzierung ab (auch hier sehr unterschiedliche Modelle), sondern auch von der psychologischen Wirkung beim Bürger.

Probieren kann man es trotzdem gerne mal, aber ohne eine Referenz erscheint mir das BGE zu riskant und demokratisch auch nicht mehrheitsfähig…

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Buchkritik1: Der Amboss der Sterne von Greg Bear

Dieses Buch NICHT kaufen:

http://www.amazon.de/Der-Amboss-Sterne-Greg-Bear/dp/3453109465

Die Idee ist ganz, ähm, witzig oder besser: hat Potential. Die Erde wird vernichtet, die wenigen überlebenden Menschen machen mit Hilfe einer Wohltäter-Rasse eine Rache-Schiff fertig, stopfen es mit Kindern und automatischen Erziehgehilfen voll und senden es los.

In fast 600 Seiten erarbeitet Greg eine Art Psychologie der Truppe, was teilweise langatmig wird, aber lesbar bleibt. Angekommen im ersten Sternensystem finden sie dieses leer vor, Indizien weisen auf die Herkunft der Vernichter hin, sie vernichten es mit etwas Glück (beim Angriff erfolgt überraschend Verteidigung) und entkommen ins nächste System.

Auch dort finden sich Indizien, das System scheint aber bewohnt, die Bewohner flehen darum verschont zu werden und distanzieren sich von evtl. Tätern die sie nicht kennen. Das psychologische Patt wird ganz gut dargestellt, Unsicherheit und Angst getäuscht zu werden auf Seiten der Racheengel, Unmöglichkeit der Zerstörung von Seiten der Bewohner, da sich die Racheengel verteilt und versteckt haben.

Die Gruppenpsychologie führt dazu, dass ein unbeliebter und skrupelloser (gewählter) Anführer, ohne Wissen des Restes der Gruppe nicht nur Kritiker und evtl. Störer innerhalb der Racheengel mutmasslich eliminiert, sondern auch das Sternen-System angreift und komplett zerstört. Einzig aufgrund vager Indizien und dem Verdacht getäuscht zu werden, so ungefähr: „Die Mission ist alles, die Interpretation des Gesetzes obliegt nur mir, Opfer sind hinzunehmen.“

Soweit so gut, das Buch könnte ein moralisches Lehrstück sein. Ein Lehrstück über Unsicherheit in Gefechten, ein Lehrstück über Gruppendynamik, ein Lehrstück über Sinnlosigkeit und Brutalität von Rache. WENN, ja WENN nicht das total bescheuerte Ende wäre.

Nachdem das ganze Sternensystem ausgelöscht wurde (!!!) finden sie tatsächlich massenweise Massenvernichtungswaffen. Der Anführer ist quasi rehabilitiert, die Vernichtung gerechtfertig.

Das ist derart primitiv und reaktionär, dass ich mich beherrschen musste das Buch nicht in die Ecke zu peffern. Greg lebt hier offensichtlich seine Version eines Irak-Krieges, könnte man meinen, wenn das Buch nicht schon in den 90igern geschrieben worden wäre.

Die Moral von der Geschichte kurz zusammengefasst:

1) Führerschaft ist anstrengend und unschön, aber nötig (obwohl die Gruppe klein genug wäre um sehr schnell gemeinschaftlich abzustimmen)

2) innere Feinde muss ein guter Führer bekämpfen und eliminieren

3) Zweifel und Mitleid dürfen eine Mission nicht gefährden und müssen zurückstehen, wenn ein Feind sich hinter Unschuldigen verschanzt darf man nicht zögern und muss alle auslöschen

4) der Feind schlägt plötzlich und brutal zu und ohne erkennbaren Sinn und Nutzen, er versteckt sich extrem geschickt und beherrscht alle Tricks um zu manipulieren und zu täuschen, er ist homogen und muss daher mit Stumpf und Stil ausgerottet werden, notfalls seine Nachkommen, Schuldbeweise sind hingegen verzichtbar

Was hier spricht ist nicht nur die übliche amerikanische Paranoia, und eine Logik die beim Militär angesiedelt sein dürfte, sondern pure faschistische Ideologie. Und sie wird nicht etwa kritisiert, sondern letztlich im Buch GERECHTFERTIGT.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass solche Schwarten vom amerikanischen Militär kostenlos ans patriotische Kanonenfutter verteilt werden oder vielleicht sogar vorfinanziert? So wie diverse Ego-Shooter?:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Armee-produziert-First-Person-Shooter-60946.html

Greg leck mich am Arsch mit deiner reaktionären Sichtweise, das schlechteste Buch was ich seit langem gelesen habe und sicher das letzte von dir!

So, das musste mal gesagt werden. Mein Gott habe ich mich geärgert.

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Utopia3 – ausgeglichene Außenhandelsbilanz ohne Währungsspekulation

Klingt kompliziert, ist es aber eigentlich gar nicht.

Bei allen einigermaßen logisch denkenden und ökonomisch interessierten Menschen hat sich längst herumgesprochen: der Euro ist gescheitert. Der Grund ist der, dass die wirtschaftlich starken Staaten (z.B. Deutschland) die schwachen (z.B. die Südländer, Griechenland etc.) kaputt konkurrieren, die darauf hin ihre Kredite nicht mehr bedienen können usw.  Im Ggs. zu einer Firma ist ein Land aber eben nicht einfach so abzuwickeln, die Leute die da leben, haben schliesslich auch ein Recht auf eine befriedigende selbstbestimmte Existenz.

Die mediale Gehirnwäsche lässt jetzt viele Leute weise mit dem Kopf nicken und etwas äußern wie „ja die Globalisierung, dagegen kann man nichts machen“. Was natürlich hanebüchener unlogischer Unsinn ist, schon deshalb weil die Globalisierung aus nichts weiter wie Freihandelsabkommen besteht, die irgendwann einmal irgendwelche Politiker unterschrieben haben.

Aber zurück zum Thema, wie kann man das kaputt konkurrieren anderer Staaten verhindern? Bei Nationalstaaten mit eigener frei konvertierbarer (=am Finanzmarkt gehandelter) Währung ist das recht einfach, sie werten ihre eigene Währung ab, indem sie entsprechende Summen einer Devisenwährung kaufen und mit frisch gedrucktem Geld ihrer eigenen Währung bezahlen. Also z.B. druckt die Schweiz „Franken“ und kauft damit z.B.  „Euro“. Der Devisenmarkt sorgt dafür, dass sich der Wechselkurs Franken-Euro ändert, der Franken (weil weniger knapp) billiger wird, man bekommt also mehr Franken, wenn man einen Euro dagegen eintauscht. So geschehen in 2011:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,784597,00.html

Das führt dazu, dass die eigenen Produkte im Ausland billiger werden, für die Inländer werden Importwaren teurer. Die interne Produktion wird also angekurbelt, der Einkauf im Ausland gedrosselt.

DUMMERWEISE steht dieser Mechanismus allen Euro-Staaten nicht mehr offen, sie haben nur noch EINE Währung, die sowohl Binnen- wie auch Außenwährung (=Devise) ist. Sie können sich selbst also kein Geld drucken. Aber selbst wenn sie es könnten, ist der Devisen-/Finanzmarkt stark anfällig für Manipulationen. Auch dafür kann das obige Beispiel herhalten, die Schweiz hat nämlich Exportüberschüsse (exportiert mehr als sie importiert) die sie mit ihrer Manipulation erhalten will, ebenso wie China, welches auf diesem Weg Milliardenberge an Devisen angehäuft hat und ganze Länder deindustriealisiert. Denn ein Exportüberschuß bedeutet immer: ein anderes Land importiert mehr als es sollte und ruiniert sich damit seine Wirtschaft und Zahlungsfähigkeit.

Dieses Problem ist leider nicht neu. Keynes wusste darum und schlug im April 1943 den „Bancor“ vor:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bancor

Zitat: „Mit dem Ziel eines stabileren Welthandels- und Währungssystems waren Sanktionen für Länder, die ein dauerhaftes Bancor-Defizit ausweisen (beispielsweise in Form von Währungsabwertung, Kapitalkontrollen, Pfändung von Goldreserven) als auch für solche die permanente Überschüsse erzielen (z.B. Währungsaufwertung, Zwang zur internationalen Kreditvergabe) vorgesehen.“

Jetzt ratet mal was passierte:

„Die britischen Vorschläge unter der Führung Keynes’ wurden nicht umgesetzt. Im Rahmen der Konferenz von Bretton Woods wurde ein auf dem amerikanischen Entwurf von Harry Dexter White basierender Kompromiss mit einem Leitwährungssystem auf Basis eines goldgedeckten US-Dollar beschlossen.“

Natürlich gänzlich uneigennützig, vor allem wenn man weiß, dass damals die Amerikaner massive Exportüberschüsse hatten (lang, lang ist’s her).

Was lernen wir (mal wieder) daraus?: sinnvolle internationale Vereinbarungen kommen auch deshalb selten zustande, weil es immer Verlierer und Gewinnerstaaten gibt, die nicht mitspielen mögen.

Die Konsequenz kann m.E. nur sein, nach einer nationalen Lösung zu suchen. Im Zeitalter des Internets liegt die auch gar nicht so fern.

Verdeutlichen wir uns noch einmal: Importe und Exporte sollen ausgeglichen sein. Argentinien hat das Problem übrigens erfasst (auch wenn der ZEIT Artikel leider mal wieder nicht mit volkswirtschaftlichem Wissen glänzt):

„[…]Seit Kurzem müssen ausländische Unternehmen, die ihre Produkte in Argentinien verkaufen wollen, im Gegenzug argentinische Waren ins Ausland exportieren.“

http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-04/argentinien-repsol-ypf

So funktioniert das also. Jetzt kenne ich die argentinische Lösung im Detail nicht, aber die Idee ist gut. Denn was machen die Firmen, wenn sie die Sachen nicht preisgerecht loswerden? Sie verramschen sie und schlagen die Kosten dafür auf ihre Produkte auf, die Folge: die Importe verteuern sich, während gleichzeitig inländische Produkte im Ausland verkauft werden! Und alles ganz ohne Geld drucken und Devisen/Finanzmarkt. Einfach und genial.

In diese Richtung müsste es also gehen. Allerdings ist eine Autofirma natürlich überfordert, wenn sie Abnehmer für Oliven finden soll, der Aufwand ist also höher und der Preis vermutlich niedriger als wünschenswert. Die Importe und Exporte müssen also voneinander entkoppelt werden.

Und DAS könnte man z.B. über ein Internetportal machen. Dort erwirbt ein interessierter Exporteur Exportrechte und ein Importeur Importrechte. Wird gleichviel importiert wie exportiert, gibts die Rechte kostenlos, wird mehr importiert, dann werden die Importrechte teurer und der Mehrpreis könnte z.B. dafür verwendet werden die Exporte zu bezuschussen und umgekehrt natürlich.

Wie zeitnah man das verrechnet, wie man die Überschüsse verwendet, wie die Art der Abrechnung aussieht etc., das müsste noch ausdiskutiert werden. Aber vom Prinzip her ist dieses Modell geeignet national ausgeglichene Außenhandelsbilanzen zu allen Handelspartnern zu erreichen. Ob die anderen das wollen oder nicht, spielt keine Rolle. Ob alle ringsum das auch praktizieren, ist auch egal, Verantwortung heißt manchmal eben auch vormachen und es heißt definitiv andere vor Schaden zu bewahren und natürlich sich selbst auch.

Umsetzen lässt sich die Sache vermutlich nur in einer ausgeglichenen Phase, wenn nicht mächtige Konzerne dagegen opponieren 🙂

 

 

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Garten1 – Apfelsorte Jakob Fischer

Meine große Leidenschaft ist der Garten, keine Ahnung woher das kommt, vielleicht bin ich die Re-Inkarnation eines Landwirts 🙂

Besonders fasziniert mich alles was mit Obst- und Gemüse zu tun hat, nicht dass ich Blumen langweilig finde, aber Geschmack ziehe ich dem rein optischen Genuss vor *g*

Leider eines der vielen Themen, mit denen man isoliert dasteht. Viele Leute haben keinen Garten oder einen winzigen und wenn sie einen haben, dann bepflanzen sie ihn mit Straßenbegleitgrün und Baumarktblümchen, damit sie ja keine große Arbeit haben. Es soll sogar Leute geben, die kein Obst liegen sehen können und deshalb ihre Obstbäume wegmachen (krank!). Und findet man dann mal einen anderen Enthusiasten, dann hat er oft sein eigenes Spezialgebiet oder gibt sich als unerträglicher Besserwisser.

Nun wie auch immer, ich will nicht meine schlechten Erfahrungen verallgemeinern, sind sie schliesslich rein subjektiv. Stattdessen will ich meine Erfolge, Fehlversuche und Erfahrungen teilen, in der Hoffnung andere wissen sie vielleicht zu schätzen.

Apfelsorte Jakob Fischer:

Eine Sorte über die ich durch Zufall gestolpert bin, da von dieser schon zwei Bäume auf meinem neu erworbenen Gartengrundstück standen. Das heisst ich vermute es ist „Jakob Fischer“, weil alle Beschreibungen gut passen und diese Sorte eher ungewöhnlich ist, außerdem stammt sie aus der Region:

http://www.steinhausen-rottum.de/texte/seite.php?id=92602

Vermutlich hätte ich selbst sie nie gekauft, da die Beschreibungen im Internet dürftig und oft zweifelhaft sind. Daher hier meine Erfahrungen damit:

Vorteile:

  • mittlere bis riesige Früchte
  • bei Vollreife intensiver sehr leckerer Apfelduft
  • attraktives oft knallrotes glänzendes Äußeres mit gelber Musterung
  • schorfresistent
  • eher schmelzige und wenig harte Konsistenz
  • eher wenig Säure, aber guter Zucker
  • bei Vollreife und ausreichend Sonne hervorragender spezieller fast schon sahniger Geschmack
  • relativ zeitig reif (je nach Region/Wetter Ende August bis Ende September)
  • geeignet für Höhen und Windlagen (ich wohne auf windigen 600 m)
  • die Äpfel hängen sehr fest, aber fallen bei Vollreife bequemerweise komplett runter
  • sehr robuste lebenswillige Bäume, Schäden (z.B. aufgeplatzte Rinde bei durch Fruchtbehang überlasteten Ästen) überwachsen hervorragend, gute aufrechte Baumstruktur mit recht guter Verzweigung, wenig pflegeintensiv, ist angeblich als frostharter Stammbildner für empfindlichere Sorten geeignet
  • bisher regelmässig und sehr reich tragend (natürlich nur wenn die Blüte nicht verregnet und Bestäuber zur Verfügung stehen), selbst angeblich kein guter Pollenspender
  • außer zum Frischverzehr sehr gut geeignet für Apfelmuss und ähnliches (einkochen und Apfelkuchen habe ich noch nicht probiert, Stücke könnten aber etwas zerfallen, da Früchte nicht sehr hart)

Nachteile:

  • Nicht lange haltbar (was die große Erntemenge etwas relativiert), selbst kühl und dunkel nur einige Wochen, dann werden sie matschig und faulig. Angeblich halten sie länger wenn man sie früh abnimmt, aber:
  • bei Nicht-Vollreife geschmacklich eher fade
  • Durch die schmelzige Konsistenz bei Vollreife eher schlecht zum entsaften geeignet, zumindest in der großen Tuchpresse (richtiger Name fällt mir gerade nicht ein) unserer Gemeinde. In einer kleinen Handpresse versuche ich es dieses Jahr, in Entsaftermaschinen und Zentrifugen macht er laut Kollegen auch eher Probleme. Eventuell besser bei früher Abnahme.
  • Der Glanz der Äpfel und die Schorfresistenz rührt von einer dicken Wachsschicht her, das stört den Geschmack NICHT, aber die Handhabung. Einen Apfel der in den Dreck fällt wieder sauber zu bekommen, ist schwer, das Zeug klebt fast schon am Apfel und löst sich unterm Wasserstrahl nicht ohne weiteres.

Die Nachteile führen leider dazu, dass man den Apfel nicht im Handel bekommt, was ihn als Hausapfel aber natürlich zusätzlich interessant macht. Wer wenig Platz und Verarbeitungskapazität hat, kann sich ja einen Reisser auf einen anderen Baum setzen (wie das geht, beschreibe ich noch), habe ich bei meinen Eltern gemacht, die einen starkwüchsigen nicht besonders guten Apfelbaum im Garten haben.

Ich bin begeistert von der Sorte, je länger ich mich mit ihr auseinandersetze. Und da ich milderes (weniger saures) Obst mit speziellen Aromen und angenehm weicher Konsistenz bevorzuge, bin ich glücklich zwei Bäume davon im Garten stehen zu haben.

Ich habe letztes Jahr die halbe Firma und den lokalen Kindergarten mit Äpfeln versorgt und auch noch zwei Säcke entsaften lassen und hoffe heuer fällt die Apfelblüte wieder günstig 🙂

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Utopia2 – Das Verantwortungszertifikat

Keynes soll mal gesagt haben:

Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.“

Das tun die widerwärtigen Menschen natürlich nicht, trotzdem ist die berühmte „unsichtbare Hand“-Metapher von Adam Smith, die allen Wohlstand beschert, wenn nur die Wirtschaft floriert, nicht ganz falsch.

Warum? Nun, wenn die Wirtschaft floriert, können soziale Forderungen leichter gestellt werden (Bau von Schulen, Alterssicherung usw.) und die Ansprüche steigen, auch die Produkte an sich heben natürlich den Wohlstand.

Leider ist es so, dass dies nur unter bestimmten Bedingungen gilt. Die Deutschen können mit ihrer exportorientierten Wirtschaft ein Lied davon singen, insbesondere seit sie den Euro als Fußfessel haben. Das Hohelied von der internationalen Konkurrenz wird allerorten dazu genutzt, alle Forderungen abzuwürgen. So dumm das volkswirtschaftlich auch sein mag, die großen finanzmächtigen Player bestimmen halt den Kurs und der hat nur Absatzmärkte im Visier.

Das hat an vielen Stellen zwar dazu geführt, dass alle billige Produkte haben (selbst in Aufsteigerstaaten-Slums gehören Fernseher und Handy mittlerweile zum Alltag), aber alles was darüber hinausgeht kann oft nicht mehr eingefordert werden. Bildungsteilhabe, staatliche Grundlagenforschung, soziale Absicherung, Alterssicherung, saubere Umwelt, Rechtsstaat, demokratische Teilhabe, all das verschwindet allzu leicht hinter dem Sachzwang ständig konkurrenzfähig sein zu wollen und zu müssen.

Und das obwohl sich niemand damit wohlfühlt. Gerade die Konsumenten in den reicheren Ländern leiden unter dem Wissen, dass andere für ihre Produkte ausgebeutet werden. Sie zahlen (so sie können) sogar mehr, um faire und nachhaltige Produkte erwerben zu können. Was aber leider den reissenden Strom der Weltwirtschaft nicht bremsen kann, kauft x keine Ausbeutungsware, y tut es, wenn der Preis stimmt.

Jeder der dagegen anrennt, handelt sich hingegen den Vorwurf ein „protektionistisch“ zu argumentieren, was tatsächlich in der Geschichte mehr oder weniger gescheitert ist. Zum einen sind Zölle ein sehr grobes Werkzeug, idR werden sie für ganze Länder erhoben, zum anderen sind sie mit Tricks umgehbar (importieren über Drittland), zum dritten wehren sich die so benachteiligten Länder selbst mit Blockaden, so dass der Welthandel komplett zum erliegen kommen kann. Und die wenigsten Länder besitzen genug verschiedenste Ressourcen um autark wirtschaften zu können.

Eine Idee, die mir daher schon lange durch den Kopf spukt, ist die des Verantwortungszertifikates:

  1. Jedes Unternehmen welches im Ausland fertigt, zahlt eine Ausgleichssteuer, solange es kein solches Zertifikat hat (z.B. 40% des Verkaufswertes).
  2. Hat ein Unternehmen ein solches Zertifikat, seine Zulieferer aber nicht, so wird eine reduzierte Ausgleichssteuer fällig (z.B. 20% des Verkaufswertes).
  3. Sind sowohl Zulieferer, wie auch das Unternehmen zertifiziert, wird keine Steuer fällig.
  4. Das Zertifikat wird gewährt, wenn bestimmte demokratisch festzulegende Regeln eingehalten werden (unabhängiger Betriebsrat vorhanden, Tagesarbeitszeit max. 8h, ausreichender Lohn um eine Familie im entsprechenden Land zu ernähren, keine groben Umweltsünden etc.)
  5. Verteilt wird das Zertifikat von geschulten Privatfirmen, kontrolliert (und zwar: unabhängig, unangekündigt und streng) wird  hingegen von staatlichen Kontrolleuren
  6. Die Anmeldung ist (zumindest für kleine Firmen) kostenlos und wird ua bezahlt von der Ausgleichssteuer.

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • rein national durchsetzbar
  • Freihandelsregeln werden nicht beeinträchtigt
  • wer sich gegen die Maßnahmen wehrt, steht als Ausbeuter da
  • über die Steuer kommt Geld für den klammen Staat rein
  • nationale Produkte lohnen sich uU wieder mehr, zumindest wird Ausbeutung nicht mehr belohnt
  • man kann über einen (reichen) Absatzmarkt die Arbeitsbedingungen in vielen Ländern hebeln
  • die Wirtschaft fährt sowieso auf Zertifikate ab (siehe iso9000-Kram)
  • der wirtschaftliche Trend, Probleme in Zulieferfirmen auszulagern, wird unattraktiv
  • Transparenz für den Käufer

Ich hege keine Hoffnungen, dass das in unseren Pseudodemokratien durchsetzbar ist, aber ich will es wenigstens mal als Anregung in den Cyberspace geworfen haben. Niemand soll behaupten können, es gäbe keine machbaren Lösungsvorschläge innerhalb der kapitalistischen Wirtschaftsordnung…

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Utopia1 – Die Grundlagen meines Manifestes :-)

Spätestens seit offiziellem Ausbruch der Krise in 2008 beschäftige ich mich intensiver mit volkswirtschaftlichen Zusammenhängen, Systemalternativen usw. und ich bin ganz sicher nicht der Einzige und habe nicht unbedingt vor, noch einen Blog mit neoklassisch gegen keynesianisch zu füllen,oder gar nicht noch einen Grundeinkommensblog, einen Zinseszins-Katastrophenblog oder ähnlichem. Vermutlich alles wurde dazu schon zigmal geschrieben.

An was es hingegen mangelt, sind ganz konkrete Vorschläge, Alternativen die Welt besser für alle zu machen, die Menschen zufriedener, die Wirtschaft stabiler und nachhaltiger. Viele sind der Meinung es könne kein unbegrenztes Wachstum geben und haben damit sehr wahrscheinlich recht.Viele haben Probleme mit dem ausufernden extrem unmoralischen Kapitalismus, sehen aber keine Alternativen jenseits einer Finanztransaktionssteuer und eines Grundeinkommens. Warum? Weil die großen Utopien der Geschichte bereits gescheitert sind!

Und warum sind sie das? Weil sie einen anderen Menschen voraussetzten. Die Bestrebungen des (seinerzeit) real existierenden Sozialismus waren ja nicht prinzipiell undemokratisch. Sie wollten nur zuerst den „sozialistischen Menschen“ schaffen, dem sie dann quasi die Kontrolle übergeben hätten können. Ein bisschen Menschenkenntnis reicht eigentlich, um dieses Konzept als unrealistisch zu überführen.

Ich will mich daher auf machbare, leicht rücknehmbare, möglichst plausible Vorschläge beschränken. Noch dazu auf nationale, denn Internationalität halte ich weder für notwendig noch sinnvoll, damit werden Lösungen nur verzögert und verwässert. Jeder Politiker der internationale Lösungen als alternativlos propagiert, ist ein Lügner und hat in Wirklichkeit nur keine Lust nationale Lösungen zu suchen, hängt kruden undemokratischen Weltregierungsplänen an oder arbeitet für internationale Konzerne…

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