Europäischer Finanzfaschismus…

…wer immer noch nicht kapiert hat, warum es in der jetzigen EU niemals eine Demokratie geben wird (sie ist nicht vorgesehen und stände der neoliberalen Bankenpolitik nur im Wege) der sollte sich die aktuellen Zustände in Griechenland anschauen:

http://www.heise.de/tp/blogs/8/153075

Das kann man nur noch menschenverachtend nennen. Ich bekomme die kalte Wut, wenn ich diese beschlipsten überbezahlten Schwätzer und Vollstrecker der Troika (Barroso, Lagarde, Draghi usw.) und an bundesdeutscher Spitze sehe. Der scheinheilige Schäuble, die Merkel, von der man nur weiß, dass man nicht weiß, für was sie eigentlich steht. Ahnungs- oder Skrupellosigkeit und maximale Bürgerferne. Sie verkaufen nicht nur das eigene Volk (ESM), sie zerstören auch noch andere Länder.

Ich vermute fast, dass die mit Druck und Bestechungen die griechischen Politiker gefügig halten, damit diese ihr Verelendungsprogramm weiter durchdrücken. Oder was sollte der Blitzbesuch der Protektorin Merkel in der griechischen Provinz mit 30 Mio Taschengeld?

„Es gibt zwei Wege, eine Nation zu erobern und zu versklaven. Einerseits durch das Schwert. Andererseits durch Schulden.”
„There are two ways to conquer and enslave a country. One is by the sword. The other is by debt.“
Zweiter US Präsident John Adams

Mit dem Schwert ist es Deutschland seinerzeit nicht gelungen…

Sana schrieb 1990 in seinem Buch „Das Vierte Reich – Deutschlands später Sieg“ sinngemäß:

„Nach einer Pax britannica, einer Pax americana und einer Pax sovietica bahne sich, so Saña, am Horizont eine Pax germanica, eine Art Germanisierung Europas an. „Die Hegemonie Deutschlands auf dem Kontinent würde eine Roboterisierung des Homo europeus mit sich bringen und das Entstehen einer von jedem menschlichen Gehalt entleerten reinen Leistungsgesellschaft, so seelen- und rücksichtslos wie jene, die die Deutschen in ihren eigenen vier Wänden errichtet haben.“ Die Mehrheit der Deutschen hat sich nach Saña den neuen geschichtlichen Bedingungen zwar angepaßt, aber hinter diesem, von den Siegermächten eingeleiteten Normalisierungsprozeß leben viele der psychischen Syndrome weiter, die in der neueren Geschichte Deutschlands fast chronisch sind: nationaler Größenwahn, Rassismus, uneingestandene Ressentiments, Selbstgerechtigkeit, unbedingter Durchsetzungs- und Expansionsdrang, pubertäres Geltungsbedürfnis und Sehnsucht nach der einstigen, durch eigenes Verschulden verlorenen Macht. Nicht die Freiheit werde in der BRD als das höchste Gut angesehen, sondern die Moral der Profitmaximierung um jeden Preis, dies sei die wahre Identität der Deutschen.“

Quelle: http://www.bruecke-saarbruecken.de/Nummer137/quijote137.htm

Hatte er Recht? Nicht in allen Punkten, aber im Wesentlichen offenbar schon. Er hat übrigens sogar einen Extra-Satz für Merkel formuliert:

„Es wird auch nicht die Komik fehlen, die unvermeidliche Komik des deutschen Michels als neuer Herrscher“

Passt das nicht zu der seltsam Oma-haften Frau, mit ihrem puritanischen und scheinbar vollkommen emphatiefreien rollstuhlfahrenden Finanzminister, welche das mächtigste europäische Land regieren, ein Land ohne Souveränität, ein Land ohne Verfassung, ein Land weitgehend ohne echte Demokratie, ein Land in dem die Spitze offen Korruptionsbekämpfung verhindert? Ein Land in dem das heraufdämmernde europäische Großreich stets als alternativlos angepriesen wurde und kontroverse öffentliche Debatten darüber ebensowenig stattfanden (und finden) wie politische Opposition?

Und wie sie sich zieren zu „führen“? Wie es der sabbelnde deutsche Medienmainstream ohne jede Scham einfordert:

http://www.welt.de/debatte/article108932919/Kopf-hoch-Deutschland-muss-fuehren.html

Interessant an dem Welt-Artikel übrigens auch:

„Unsere „Moral“ macht uns nicht zu besseren Menschen, im Gegenteil: meistens zu naiveren, oft sogar zu dümmeren. Moral ist der rosa Schleier vor den Augen, der uns daran hindert, die Welt so zu sehen, wie sie ist: nicht deshalb schlechter, weil dort statt reiner Menschenliebe Kalkül und Interesse walten.“

Ein Satz den Göbbels wohl sofort unterschrieben hätte. Moral ist demnach nicht etwa etwas was man im Kalkül berücksichtigt, sondern überflüssiger Ballast und in der Außenpolitik ohnehin ein Fremdwort. So lieben wir die Springerpresse! (ja das war jetzt ironisch)

Übrigens vernimmt man Führungsforderungen nicht nur aus der konservativen Presse, sondern auch aus Blättern die sich selbst für links-liberal halten, etwa das intensiv nutzerzensierende möchtegern kosmopolitische Blättchen ZEIT:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-01/deutschland-fuehrung

Dort analysiert man naiv gutmenschelnd:

„Was Deutschland zum Führen fehlt, ist eine den ganzen Regierungsapparat erfassende, strategische Bemühung, Befindlichkeiten und Mentalitäten unserer Partner zu erfassen, zu respektieren und deren Interessen in Initiativen für gemeinsames Handeln sichtbar zu berücksichtigen.“

Geht aber mit keinem Wort darauf ein, dass die EU ursprünglich als eine Einheit gleichberechtigter Staaten gedacht war, ansonsten hätte man die ganzen Zwergenstaaten kaum einsammeln können. Es reicht schon eine lächerliche Krise (ja, lächerlich, basierend auf Problemen von luftbuchenden Banken und einer ungeeigneten Währung) und der schöne europäische Lack ist ab und zeigt das hässliche rostige Chassis. Denn Führung bedeutet ja eben nicht endlose Gespräche und Kompromisse (wie der ZEIT-Artikel impliziert), sondern Basta-Politik, das Unterdrücken von Heterogenität um ein wie auch immer definiertes Ziel sicher zu erreichen. Führung bedeutet Autorität, Autorität ist immer undemokratisch, dafür selten fähig, gerecht oder gar moralisch.

Das ficht EUphoriker natürlich nicht an, etwa schwarze-Koffer-Kohl:

http://www.n-tv.de/politik/Kohl-ermahnt-Europa-Skeptiker-article5615551.html

Denn wenn die Fliehkräfte schon die EU auseinandertreiben, dann kommt man mit den billigsten Propaganda-Argumenten, damit nicht alles verloren geht. Nicht die EU sorgt nämlich für Frieden, sondern es gibt die EU, weil in Europa Frieden ist.

Und Frieden ist in Europa wegen der beispiellosen Demokratisierung (ja, wollen wir es mal so nennen, obwohl es nur Repräsentativsysteme sind) des letzten Jahrhunderts. Ende der Militärdiktatur in Griechenland, Portugal und Spanien, Ende des Ostblocks usw. Länder mit Problemen (Ex-Jugoslawien, Türkei-Kurdistan) hat man wohlweislich gar nicht erst aufgenommen.

Ist diese Unterscheidung wichtig? JA. Denn die EU entdemokratisiert Europa wieder und die EU hat einen den USA ebenbürtigen industriell-militärischen Komplex. Zur Erinnerung, die USA sind das kriegerischste Land der Welt:

http://www.spin.de/forum/645/-/472

Angeblich greifen sich „Demokratien“ (selbst repräsentative) idR nicht gegenseitig an, aber das ist nur ein schwacher Trost. Nach innen werden wir also Separationsterrorismus bekommen, nach außen aktive „Interessenpolitik“. Ich mag das nicht Frieden nennen, aber vielleicht bin ich auch einfach zu moralisch und meine Sichtweise ist von einem rosa Schleier durchzogen oder so…

Ach und falls jemand glauben sollte, dass allein wirtschaftliche Verflechtungen Kriege verhindern, das ist keine neue Idee:

„Noch im Juli 1914 lehrt Brentano, dass die wirtschaftlichen Verflechtungen der Moderne einen Krieg unmöglich machten.
Am 24. Juli wird Gumbel mit Bestnote zum Dr. oec. publ. promoviert. Eine Woche später beginnt der Weltkrieg.“
Quelle: http://www.zeit.de/2012/07/Gumbel

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