Weltfrust?

Ich kann nicht schlafen, gerade kam eine Doku über Scientology (warum kommt sowas immer so spät?) und wie die die Politik in den USA unterwandern, wie sie in verschiedenen Ländern versuchen Macht zu erlangen, wie ihr Geheimdienst funktioniert, dass sie das Städtchen Clearwater praktisch okkupiert haben, dass selbst das CIA teilweise die Sekte unterstützt usw.

Nichts neues eigentlich, die USA sind offensichtlich bis auf die Grundfesten korrupt, Washington wird vom Geld regiert und die Scientologen haben welches. Immerhin finden sich immer neue Deppen, die die skurrilen Thesen des durchgeknallten SciFi-Autors Hubbard aufsaugen und sich gerne ausnutzen lassen.Ein bisschen Halt und menschliche Gemeinschaft und viele knipsen ihren Verstand aus. Ich weiß nicht, was mich mehr depremiert, die Dummheit oder die miserablen Verhältnisse die dazu führen.

Aber das ist nur ein Teil, gerade heute lese ich über die angeblichen Äußerungen Rockefellers (NWO, neue Weltordnung, Verschwörung und so). Man kann nie so richtig beurteilen, was stimmt  und was nicht. Aber wenn man sieht, wie angesichts des Euro-Niedergangs und einem unheimlichen Prestigeverlust der EU-kratur, die Medien eine ungeahnte pro-Europa Kampagne fahren, fast einheitlich Volksentscheide ablehnen und Souveränitätsaufgabe fordern (ohne dass die EU demokratisch zu nennen wäre), bekomme ich das gruseln. WIE kann das sein? Ist doch was dran an den Verschwörungstheorien? Ich meine dass Bilderbergmagazine wie die ZEIT seit jeher vollkommen unreflektiert alles bejubeln was ein EU im Titel hat und globalisierungsfreundlich ist, wundert nicht, aber auch der ÖR? Wo bleibt die Kritik am Ermächtigungsgesetz ESM? Ich hatte mal gedacht, dass ein Olaf Henkel in Deutschland Macht hat, aber der ist mittlerweile offiziell gegen den Euro. Auch wenn das vermutlich die einzige Position ist, die ich mit ihm teile, hört man davon so gut wie nichts.

Und jetzt läuft auch noch eine Doku über Chemtrails und Haarp. Noch mehr Verschwörungskram, fehlt noch 09/11 und die Mondlandung. Und da soll man nicht das Vertrauen verlieren?

Gleichzeitig triumphiert die Dummheit allerorten. Ich meine, ja, irgendwie bewundere ich Merkel für ihre Hartnäckigkeit gegen Euro-Bonds usw. gleichzeitig staune ich darüber, dass sie nicht erkennt, dass sie damit den Euro sprengen wird, an dem sie paradoxer- und ärgerlicherweise vehement festhält und hintenrum über ESM Ermächtigungsgesetze versucht genau das zu machen, was sie vornherum leugnet: eine Transfer und Haftungsunion bauen. Was will die Frau nun eigentlich? Oder ist sie nur verwirrt oder eine Getriebene?

Das wäre ja insgesamt ganz lustig, wenn es nicht die europäische und evtl. sogar die weltweite Wirtschaft in die Depression treiben könnte und zumindest die Rezession schon naht. Und die „Experten“ und Journallie überbietet sich mit Dummheiten, Paradoxien, Unverschämtheiten und blödsinnigen Vorurteilen. Die OECD ergeht sich z.B. in einem Artikel darüber, dass die duale Ausbildung die Massenarbeitslosigkeit in den USA verringern könnte. Hallo? Gehts noch dümmer? Wenn wir schon unreflektiert Relationen hernehmen, dann könnte man doch auch vorschlagen, alle Amis sollen deutsch sprechen lernen, dann wird das schon mit dem Jobs.

Da gehe ich eher mit Martin Wolf konform:

Martin Wolf (via Paul Krugman) schreibt in einem Artikel („Panic has become all too rational“)  in FT, dass er bisher nie wirklich verstanden habe, wie die 1930er Jahre passieren konnten. Nun sehe er ein. Alles, was man dazu braucht, sind fragile Volkswirtschaften, ein starres Währungssystem, eine intensive Debatte darüber, was getan werden muss, ein weit verbreiteter Glauben, dass Leiden gut ist, kurzsichtige Politiker, die Unfähigkeit zusammenzuarbeiten und das Versagen, Ereignissen gegenüber vorausschauend zu bleiben, bemerkt der Chef-Ökonom der britischen Tageszeitung aus London.“

Zitat aus http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.de/2012/06/ezb-und-der-drang-zum-bestrafen.html

 

Alternativen zu Wachstum werden gar nicht diskutiert, und selbst bei diesem ist man uneinig wie man es erreichen könnte. Angebotstheoretiker/Neoklassiker gegen Nachfrager/Keynesianer, wobei letztere (leider) in der Minderzahl sind.

Gleichzeitig sind die Meere überfischt, das Wetter verhält sich komisch (Treibhaus und so), die Rohstoffe werden immer knapper und teurer, die Weltbevölkerung wächst weiter.  Die Ungleichverteilung steigt. Und keine Lösungen in Sicht. Sind Menschen wirklich so dumm?

Mich depremiert das zunehmend. Dabei ist es nichts Neues. In den 80-igern gab es schonmal eine ähnliche Zeit, Tschernobyl, kalter Krieg, lokale Umweltverschmutzung mit toten Flüssen und absterbenden Wäldern.  Hat sich das verbessert? Ich weiß nicht. Atomkraft sind wir noch nicht wirklich los und die Altlasten werden uns noch Jahrzehnte beschäftigen. Der kalte Krieg ist einem ungehemmten Wirtschaftskrieg gewichen und einem Verteilungskrieg Oberschicht gegen Unterschicht. Und die Umweltverschmutzung hat sich von uns in die dritte Welt verlagert.

Ist die Zukunft eine düstere Dystopie? Ich hoffe nicht, man sollte so spät einfach nicht über sowas nachdenken 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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