Utopia4: Vollbeschäftigung – zweiter Anlauf

Kann man heute noch Vollbeschäftigung erreichen? Und das auch noch ohne dass dazu Wachstum notwendig ist? Ohne Niedriglohnsektor und Exportüberschüsse? Ohne dass der Staat die Wirtschaft abwürgt (siehe Crowding-out: http://de.wikipedia.org/wiki/Crowding-out). Ohne Überschuldungen und Enteignungen? Dafür dazu geeignet strukturschwache Regionen zu fördern?

Ich behaupte das ist möglich und möchte hierzu eine Idee skizzieren, ohne zu behaupten, sie lasse sich gleich morgen umsetzen und sei schon perfekt. Kritik ist willkommen.

Ich gehe von folgenden Annahmen aus:

a) Arbeit ist genug da, IMMER (wer daran zweifelt soll mal einem Unternehmen/Amt/Person kostenlos seine Arbeitskraft anbieten, da findet sich immer was!), eigentlich fehlt also: Geld.

b) Sowohl Ämter wie auch Unternehmen tun letztlich etwas für den Menschen, die Absichten dahinter (z.B. Gewinn) mögen unterschiedlich sein, aber das neue Produkt nützt letztlich uU genauso wie eine staatliche Leistung, ich will von vornherein also weder Staat noch privat vorziehen.

c) Geld ist nur eine Verteileinheit, es dient dazu die produzierten Waren mit einem bestimmten Schlüssel an die Menschen zu verteilen (per Lohn, Kindergeld, Rente, H4…). Zu diesem Zweck kann man es jemandem wegnehmen um es umzuverteilen (Steuer) oder es neu schaffen (z.B. per zinsloser Staatsanleihe bei der Zentralbank). Letzteres ist etwas inflationsanfälliger und muss daher strikten Regeln unterworfen werden, es gibt aber keinen Grund darauf zu verzichten, schon weil es konfliktfreier ist als Steuern.

d) Menschen wollen sich idR nützlich machen und ordentlich dafür entlohnt werden.

Hier das Konzept grob:

1) Es gibt einen Mindestlohn: der hoch genug ist, um GUT davon leben zu können, der reicht eine Familie zu ernähren, der reicht um in die eigene Zukunft zu investieren (kleine Eigentumswohnung abzahlen, Auto finanzieren, Fern-Uni machen etc.). Selbstverständlich passt er sich an die Inflation jährlich und automatisch an.

2) Für jene die nicht arbeiten wollen, theoretisch aber könnten (obdachlos, depressiv, Punks etc.) erhalten eine Grundsicherung, diese enthält die Miete für eine günstige anspruchslose Wohnung, realistische Sätze für Stromverbrauch und Nahrung etc. und ein winziges Taschengeld. Sind Kinder vorhanden, bekommen diese eine amtliche Hilfsperson zur Seite gestellt, die kindgerechte Behandlung kontrolliert und sicherstellt (auch finanziell). Für Alleinerziehende, Behinderte und Künstler sind besondere Regeln auszuarbeiten.

3) Der Staat GARANTIERT jedem jederzeit einen Job, der zu diesem Mindestlohn bezahlt wird, dieser kann aber öffentlich ODER privat sein.

4) Das Geld hierfür (wie auch für die Grundsicherung) wird von der Zentralbank zinslos geliehen.

5) Damit am Ende nicht alle Jobs vom Staat gezahlt werden, ist folgendes Konzept vorgesehen:

5.1) Alle Arbeitslosen und -fähigen AN bieten ihre Arbeitskraft für jeweils ein Jahr z.B. an einer dafür eingerichteten Arbeits-Onlinebörse an, der Lohn beginnt bei 100% vom Staat gezahlten Mindestlohn, die AG steigern sozusagen um die Arbeitskraft, je mehr Geld der AG bereit ist zu zahlen desto mehr verdrängt er den staatlichen Anteil, eine begehrte Fachkraft kann am Ende zu 100% vom AG bezahlt werden und viel mehr bekommen als den Mindestlohn.

5.2) Der AN kann sich zwischen den 3 höchsten Angeboten entscheiden (auch nachträglich wechseln), lehnt er ganz ab, bekommt er nur eine Grundsicherung. Der AG wird von den AN bewertet, so dass ein Druck besteht, den AN gut zu behandeln. Fällt ein AG bei mehreren Bewertungen unter ein bestimmtes Niveau, wird er als Bieter ausgeschlossen, es folgt eine Problemanalyse und Beratungsangebote vom Amt. Sind Verbesserungen erkennbar oder eine bestimmte Zeit ist verstrichen, darf wieder mitgeboten werden.

5.3) Der AG kann den AN bewerten, fällt der AN unterhalb einer bestimmten Bewertungsgrenze und das bei mehreren AG, dann bekommt er nur noch Grundsicherung für einen bestimmten Zeitraum oder wenn das Amt das Problem analysiert hat und Besserung erkennt. Des weiteren bekommt er freiwillige Hilfsangebote und Unterstützung vom Amt, um seine Probleme lösen zu können (psychologische Beratung, Familienberatung, Drogenentzug etc.)

Die wahrscheinlichen Folgen:

Folge1: Es kommt zu einem Sog der Privatwirtschaft in Richtung strukturschwache Regionen, weil dort viele sehr günstige Arbeitskräfte sind. Beschäftigung verteilt sich besser.

Folge2: Gerade strukturschwache Regionen können (bis vermehrte Privatwirtschaft greift und Steuern fliessen) trotzdem viele Leute in gemeinnützigen Aufgaben beschäftigen.

Folge3: Durch mehr Beschäftigung erhöht sich der Anteil der Waren und Dienstleistungen, außerdem können mehr Leute konsumieren und haben positive Aussichten (dafakto Jobgarantie). Private Kreditaufnahme (=Investition) wird befeuert.

Folge4: Der Kündigungsschutz kann entschärft werden oder wegfallen, da niemand mehr arbeitslos sein muss. Denkbar sind Lohnfortzahlungsversicherungen, die für eine bestimmte Zeit die momentane Höhe des Einkommens absichern.

Missbrauchsmöglichkeiten:

Prinzipiell muss man davon ausgehen, dass alle Seiten (Ämter, Firmen, Bürger) versuchen das System zu ihrem Vorteil auszureizen. Es gibt vermutlich kein System, welches so etwas komplett ausschliessen kann.

Missbrauch1: Der offensichtlichste Missbrauch, den ich mir vorstellen kann: eine Firma aus Arbeitnehmern, die sich gegenseitig „beschäftigen“, aber in Wirklichkeit nichts tun.  Bis zu „Mindestlohn minus Grundsicherung“ kann jeder für sich selbst bieten und kommt trotzdem besser weg als bei der Grundsicherung. Hier ist die Frage: tritt dieser Fall nennenswert oft ein oder liegen die Löhne so gut wie immer über dieser Summe (typische Vollbeschäftigungssituation mit steigenden Löhnen)? Macht es Sinn sowas zu sanktionieren oder aktzeptiert man es?

Missbrauch2: Ämter ersetzen reguläre Jobs mit Mindestlöhnern. Kann man versuchen gesetzlich zu unterbinden, eine Einschränkung ist jedoch schon die ein-Jahres-Beschränkung. Ohne regulären Arbeitsvertrag kann es sein, dass das Amt plötzlich ohne Leute dasteht. Auch hier abhängig von der Dynamik die das System entwickelt. Schwer vorhersehbar.

Missbrauch3: Mehrere Scheinfirmen eines AG bringen immer die 3 höchsten Angebote und erpressen dann den AN um ihn auszubeuten (unentgeltliche Mehrarbeit usw.), mit Drohung einer schlechten Bewertung. Eher unwahrscheinlich, da aufwendig zu inszenieren, trotzdem sollte man auf solche Tendenzen acht geben und gesetzliche Regelungen treffen. Vorstellbar sind amtliche Beschwerde-/Schlichtungsstellen und unangekündigte Kontrollen.

Aber warum nicht gleich ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE)?

Ich halte das BGE aus mehreren Punkten für problematisch:

BGE1:  es gibt sehr viele verschiedene Modelle, die sich zum Teil schon in der Zielsetzung extrem unterscheiden, was eine Diskussion darum schwierig macht

BGE2: viele Anhänger gehen davon aus, dass die Arbeit weniger wird, ich bin überzeugt, dass das nicht der Fall ist (siehe oben)

BGE3: entweder man macht es so hoch, dass viele Leute aufhören zu arbeiten, was zwangsweise den Wohlstand senkt (weniger Waren und Leistungen verfügbar, uU inflationiert sich das BGE damit selbst weg) oder man macht es so niedrig, dass es nicht mehr ist, als eine soziale Notsicherung, oder anders ausgedrückt: man kommt um das jetzt  schon existente moralische Dilemma nicht herum, dass man Geld an Leute zahlt die der Gesellschaft uU nichts dafür zurückgeben wollen/können, während man gleichzeitig Leute braucht, die unangenehme Aufgaben übernehmen (z.B. stundenlang an der Supermarktkasse hocken) Ich halte das übrigens für den Hauptgrund, warum viele Leute dem BGE sehr kritisch gegenüberstehen.

BGE4: Das Menschenbild: „jeder BGEler der nicht mehr arbeitet, trägt auf andere Weise selbstständig was Nützliches zur Gesellschaft bei“, halte ich für zu optimistisch. Das mag bei vielen richtig sein, manche können vielleicht erst dann ihren wahren Ambitionen folgen (z.B. ein Buch schreiben etc.)  für sehr viele stimmt das aber mit Sicherheit nicht, schon gar nicht konsequent mehrere Stunden pro Tag. Man kann als Vergleich vielleicht gut eine Gruppe heranziehen, die nicht (mehr) arbeiten muss: Rentner. Einige davon sind sehr aktiv, viele engagieren sich z.B. in der Kommune etc. aber sehr viele tun nicht mehr als ihren Garten zu perfektionieren und alte Kontakte pflegen. Manche versacken regelrecht, wenn sie sich ungebraucht fühlen und hocken nur noch vor dem Fernseher.

BGE5: Die gesellschaftlichen Folgen sind schwer abschätzbar, von weitgehend wirkungslos bis Zusammenbruch des Staates ist alles vorstellbar, von Rezession bis Inflation. Das hängt nicht nur von der Art der Finanzierung ab (auch hier sehr unterschiedliche Modelle), sondern auch von der psychologischen Wirkung beim Bürger.

Probieren kann man es trotzdem gerne mal, aber ohne eine Referenz erscheint mir das BGE zu riskant und demokratisch auch nicht mehrheitsfähig…

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18 Antworten zu Utopia4: Vollbeschäftigung – zweiter Anlauf

  1. oskarmüller schreibt:

    Deine Annahmen sind bereits falsch und deine Argumentation daher auch im folgenden nicht überzeugend. Vor allem nimmst Du eine falsche Perspektive ein. Wenn es darum geht, wie Du schließlich sagst, dass es Menschen gut gehen soll, warum soll man sich dann Gedanken über Vollbeschäftigung machen? Die meisten Menschen würden es vorziehen, nicht arbeiten zu müssen, sondern höchstens einer von ihnen als sinnvoll erachteten Tätigkeit nachzugehen.

    „a) Arbeit ist genug da, IMMER (wer daran zweifelt soll mal einem Unternehmen/Amt/Person kostenlos seine Arbeitskraft anbieten, da findet sich immer was!), eigentlich fehlt also: Geld.“

    Du vermischt unzulässigerweise zwei verschiedene Arbeitsbegriffe. Lohnarbeit bedeutet nicht, irgendetwas zu erledigen, das erledigt werden muss und es deshalb zu tun, sondern sie ist eine Variable in dem Bestreben der Wirtschaft Gewinn zu machen. Sie wird also von diesem bestimmt; das zeigt sich etwa daran, dass Maschinen nur dann eingesetzt werden, wenn sie billiger sind als Menschen. Dein Beweis, dass genug Arbeit da ist, weil kostenlose Arbeit sofort bereitgestellt würde, belegt also höchstens, dass man so einige Aufgaben bereitstellen kann, nicht aber, dass diese (und sei es auch mittelbar) finanziell lohnend (!) für das Unternehmen sind, was die eigentliche Voraussetzung von „Arbeit“ ist..

    „b) Sowohl Ämter wie auch Unternehmen tun letztlich etwas für den Menschen, die Absichten dahinter (z.B. Gewinn) mögen unterschiedlich sein, aber das neue Produkt nützt letztlich uU genauso wie eine staatliche Leistung, (…)“

    Ich halte auch nichts von einem Staatsfetisch. Wenn das Ziel aber Bedürfnisbefriedung ist, was Du hier implizit voraussetzt, dann unterliegt der Staat zumindest nicht dem Zwang, Profit damit zu erwirtschaften. Das heißt, der Zugang zu diesem „Produkt“ kann prinzipiell jedem offen sein, das ist in meinen Augen ein enormer Vorteil staatlicher Fürsorge (die sich möglicherweise auch gesellschaftlich besser organisieren ließe als über die Institution des Staates).

    „d) Menschen wollen sich idR nützlich machen und ordentlich dafür entlohnt werden.“
    Dass Lohnabhängige einen Lohn erhalten wollen, von dem sie möglichst gut leben wollen, ergibt sich aus der Zwangssituation in der sie sich befinden; Lohnarbeit ist also dafür da, seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Es hat nichts mit dem Willen der Lohnabhängigne zu tun, dass sie „ordentlich entlohnt“ werden, sondern ergibt sich aus dieser Zwangslage. Mir ist außerdem unklar, was eine ordentliche Entlohnung für das Verschwenden meiner Lebenszeit unter grundsätzlich elenden Bedingungen zum Erreichen fremdbestimmter Ziele sein soll.

    Außerdem setzt Du stillschweigend voraus, Vollbeschäftigung sei etwas erstrebenswertes. Ich sehe nicht, warum das so sein sollte. Der Arbeitsalltag zu Zeiten der Vollbeschäftigung war nicht genußbringender als er gegenwärtig ist: es ist fremdbestimmte Zeit, die dominiert ist von der Zwecksetzung, Profit zu machen. Der Lohnabhängige ist da nur ein Mittel, was notwendig dazu führt, dass Lohnarbeit nicht genußbringend ist (das heißt nicht, dass sie nicht unter Umständen so empfunden werden kann, das sind aber entweder privilegierte Ausnahmen oder das Fallenlassens des Traums, es ginge auch anders).

    • natitoffe schreibt:

      „Die meisten Menschen würden es vorziehen, nicht arbeiten zu müssen, sondern höchstens einer von ihnen als sinnvoll erachteten Tätigkeit nachzugehen.“

      Die Perspektive der BGE-Jünger. Ich kann den BGE-Gedanken nicht vollkommen entkräften, es müsste halt mal ausprobiert werden. Ich bin sicher es würde an ähnlichen Problemen scheitern wie der real existierende Sozialismus: der Mensch wird zu optimistisch eingeschätzt, das bestehende Wirtschaftssystem in seiner Dynamik nicht ausreichend verstanden bzw. unterschätzt.

      Natürlich wollen wir alle (in Maßen) konsumieren und möglichst nur tun, was uns Freude bereitet. Das Problem dürfte sein, dass sich das gegenseitig ausschliesst, denn es gibt eben einfach Sachen die anstrengend, nervig und unangenehm sind. Und nein, nicht (nur) wegen der bösen Kapitalisten und den Gewinnabsichten, sondern einfach um eine Gesellschaft am laufen zu halten. Das fängt bei der Müllentsorgung an, geht über die Fließbandjobs der Kassierer/innen, über den Lehrer der eine unangenehme Klasse betreuen muss, bis zum Handwerker der dein defektes Klo austauscht. Und solche Jobs gab es im real existierenden Sozialismus sogar noch mehr, weil der Automatisierungsgrad geringer war und die Ausstattung allgemein schlechter, der einzige Gewinn aus dieser Tätigkeit war damals ein aktzeptables Wohlstandslevel.

      „Du vermischt unzulässigerweise zwei verschiedene Arbeitsbegriffe.“

      Nein, Arbeit ist Arbeit. Wer sie weshalb wozu macht, ist vollkommen irrelevant für meine Betrachtung und es ist sowieso subjektiv, ob man diese nützlich findet oder nicht. Wieviel Arbeit nachgefragt wird (also lohnend ist), hängt zudem von vielen Unbekannten ab: von der aktuellen Produktnachfrage (=Kaufkraft und Konjunktur), den Subventionen, der Steuergesetzgebung, den wirtschaftlichen Aussichten usw. Außerdem wird Arbeit nicht nur von Unternehmen nachgefragt, sondern auch von Konsumenten.


      „belegt also höchstens, dass man so einige Aufgaben bereitstellen kann, nicht aber, dass diese (und sei es auch mittelbar) finanziell lohnend (!) für das Unternehmen sind, was die eigentliche Voraussetzung von “Arbeit” ist“

      Genau darauf ziele ich doch mit meiner Argumentation, oder ist dir die Nachfragetheorie keine Begriff? Ich schaffe mit dem Modell Nachfrage (mehr Menschen in Lohn und Brot) und sorge gleichzeitig für die Finanzierung dieser Jobs, solange sie sich noch nicht für das Unternehmen/Staat rechnen. Ich schaffe Beschäftigung, aber keine sinnlose, da Unternehmen und Staat ständig um die Höhe der Entlohnung bieten müssen und sich daher genau überlegen, welche Aufgaben sie tendenziell bearbeiten lassen.

      Die Ausgangspunkte meiner Argumentation sind auch klar:
      1) es sind nicht alle Bedürfnisse befriedigt (frag mal einen H4-Empfänger), zumal immer neue geschaffen werden können, bzw. entstehen
      2) es sind nicht alle Menschen damit beschäftigt Bedürfnisse zu befriedigen (=Arbeitslose) obwohl viele gerne würden
      Fazit: es liegt eindeutig ein Zahlungsmittelproblem vor


      „Ich halte auch nichts von einem Staatsfetisch. Wenn das Ziel aber Bedürfnisbefriedung ist, was Du hier implizit voraussetzt, dann unterliegt der Staat zumindest nicht dem Zwang, Profit damit zu erwirtschaften. Das heißt, der Zugang zu diesem “Produkt” kann prinzipiell jedem offen sein, das ist in meinen Augen ein enormer Vorteil staatlicher Fürsorge (die sich möglicherweise auch gesellschaftlich besser organisieren ließe als über die Institution des Staates).“

      Und was ist jetzt die Kritik (oder war das ein Lob :-)? In dem Modell hat der Staat die selben Möglichkeiten wie die Unternehmer. Und Ziel des Modells ist eine Vermeidung des Crwoding-Out, denn natürlich stehen die staatlichen Leistungen allen zur Verfügung, leider ist der Staat selten effizient und neigt nicht zu Selbstkontrolle oder gar Selbstkritik. Wenn ein Staat freie Hand in der Beschäftigungspolitik hat, führt das über kurz oder lang zu einem Rückschlag des Pendels, weil alle über den Würgegriff der Behörden frustriert sind. Der Staat soll sich also auch überlegen müssen ob, wieviele und für was er sein Personal sinnvoll einsetzt, ohne dass man ihn aber aushungert, so wie heutzutage.


      „zum Erreichen fremdbestimmter Ziele sein soll.“

      Sehr einseitige Betrachtung, da andere ja auch ihre Lebenszeit für DICH verschwenden, gelle? Von der Hebamme, über die Kindergärtnerin, Lehrer, Verkäuferin, Fabrikarbeiter, Handwerker usw. so funktioniert halt arbeitsteilige Wirtschaft. Warum solltest du also Anspruch auf die Arbeit anderer Leute haben, wenn du selbst keine entsprechende erbringen magst? Wie hoch der Lohn und die Arbeitszeit konkret sein sollten, habe ich bewusst nicht festgelegt, sie sollten als fair empfunden werden und diese Entscheidung kann nur (direkt)demokratisch getroffen werden.

      „Außerdem setzt Du stillschweigend voraus, Vollbeschäftigung sei etwas erstrebenswertes. Ich sehe nicht, warum das so sein sollte. Der Arbeitsalltag zu Zeiten der Vollbeschäftigung war nicht genußbringender als er gegenwärtig ist: es ist fremdbestimmte Zeit, die dominiert ist von der Zwecksetzung, Profit zu machen.“

      Ich verstehe deinen Frust. Vielleicht zu deiner Information: ich arbeite selbst keine 40h-Woche, ich halte das für zuviel. Anstrebenswert dürfte für die meisten Menschen (mit Familie) 20-30h pro Woche sein, wenn möglich frei eingeteilt. Dann empfindet man Arbeit als angenehme Abwechslung und nicht mehr so sehr als sinnlose Tretmühle. Aber das WIEVIEL habe ich bewusst ausgeklammert, da ich nicht das Maß der Dinge bin und die Darstellung auch so schon kompliziert genug ist. Allerdings falle ich auch nicht in das BGE-Extrem Nicht-Arbeit künftig bezahlen zu wollen. Ich halte das weder für erstrebenswert noch für dauerhaft machbar.

  2. natitoffe schreibt:

    @Rosenquarz

    „Du hast das ZB System und die Geldschöpfung nicht verstanden. Umlauffähig gemacht wird nicht die Schuld der Geschäftsbanken bei der ZB sondern die von den Geschäftsbanken als Sicherheit hinterlegten Schulden anderer. Damit die Geschäftsbanken ZB Geld (Banknoten) erhalten müssen sie notenbankfähige Sicherheiten hinterlegen, in der Regel Staatsanleihen oder auch Pfandbriefe auf Immobilien (das sind Deine Sachwerte).“

    Nein, du hast was nicht verstanden und mir ist unklar warum: ich will das System ändern. Dass der Status Quo nicht funktioniert ist offensichtlich.


    „Was in Deinem Modell ausgezahlt wird führt also zwangsläufig zu immer höheren Staatsschulden.“

    Nein, da die Zentralbank dem Staat unterliegt, kann auch der Staat bestimmen, ob er Werte für die Schuld hinterlegt oder nicht. In meinem Modell würde er das selbstverständlich nicht tun, ansonsten wäre es ja vollkommen sinnlos.

    Und nochmal: das ist eine Idee für die Zukunft. Zur Zeit hat D nichtmal mehr eine handlungsfähige Zentralbank, sondern hängt von der EZB ab und der Euro-Missgeburt. Zudem müssten die Gesetze die ZB betreffend angepasst werden und ihr Aufgabengebiet erweitert. Politisch alles möglich, aber keine Option für, na sagen wir, die nächsten Monate. Aber wer weiß?

    „Staatsschulden sind primär zukünftige Steuerzahlungen“

    Schön wäre es, sie sind primär zukünftige private Vermögen. Ansonsten gäbe es kein Staatsschuldenproblem.

    „das zu Deinem “ähm_bitte”..Auch wenn die ZB “einfach so” Geld druckt führt das zu höheren Staatsschulden weil die Staaten Eigentümer der ZB sind und folglich für deren Verbindlichkeiten haften.“

    *lol* dann nenn es halt *Staatsschulden“, mir egal, solange sie nicht verzinst werden und unbegrenzt und folgenlos erhöht werden können, wo ist dein Problem?

    Da die Dumpf-Presse und Politiker die feineren Unterschiede leider nicht kennen, würde ich offiziell aber einen anderen Namen dafür verwenden. Neben der Inflationshysterie pflegen die Deutschen ja mittlerweile auch eine ziemlich unreflektierte Schuldenhysterie.

    „Entwertung von Guthaben, die Enteignung der Gläubiger.“

    Nein, das riecht zu sehr nach Inflation, DAS will ich NICHT. Wie ich schon dargelegt hatte: den Vermögenspositionen der Reichen müssen nicht mehr unbedingt Sachwerte gegenüber stehen. Das stellt nur dann eine Entwertung dar, wenn viele Reiche plötzlich auf die Idee kämen, all ihr Geld auszugeben. In diesem Fall würde sich ihr Vermögen schlagartig weginflationieren, aber dann wäre ohnehin die Hölle los, sehr akademisch allerdings, mir ist zumindest kein Fall bekannt, in dem sowas schonmal aufgetreten wäre. Und solange sie massvoll investieren/konsumieren, sollte es keine nennenswert höhere Inflation geben.


    „Freigeldsystem beitreten wenn er feststellt, dass die Buchhaltung sich selbst oder dritten einfach so Guthaben einräumt ohne, dass eine entsprechende Gegenleistung erbracht wird. Genau das hast Du mit Deinem Modell aber vor.“

    Nein, was verstehst du an dem Modell nicht? Natürlich wird eine Leistung erbracht, denn die Leute ARBEITEN für ihr Gehalt. Klingelt es jetzt?

    Und geh mir weg mit deinen übertriebenen Hyperinflations-Dystopien, auch andere Länder „drucken“ Geld und zwar oft viel willkürlicher. In einigen reicht das offenbar nichtmal um der Rezession/Deflation Herr zu werden, siehe Japan:
    http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/lockere-geldpolitik-japans-notenbank-kauft-mehr-staatsanleihen/6562694.html

    • natitoffe schreibt:

      Nachtrag: genau genommen, sollte es sich bei dem Modell sogar um den schmalen Grat zwischen Rezession und Inflation handeln.

      Man führt in etwa so viel Geld zu, wie an Renditen, Zinsen und Abfluß etc. verloren gegangen ist und welches nun fehlt, um alle Menschen am Wirtschaftskreislauf zu beteiligen. Dabei wird die zufliessende Menge umso kleiner je besser die Konjunktur ist und größer, wenn die Wirtschaft stockt. Automatisch antizyklisch, so wie es sein sollte.

      Das war auch der Grund, warum ich nicht pauschal Beschäftigungsprogramme nach SPD-Tradition fordere oder einfach simple aber schwer zu dosierende und zu lenkende Konjunkturpakete.

      Es ist in der Tat so, dass allein „Vollbeschäftigung“ neue Risiken mit sich bringt, mit denen wir noch nicht gelernt haben umzugehen, weil wir so selten welche hatten. Bei dauerhafter Vollbeschäftigung kann es logischerweise NICHT sein, dass die Wirtschaft ständig Zuwanderung fordert, denn dann platzt hier irgendwann alles aus den Nähten. Auch muss einem zu schnell rotierendem Lohnsystem vorgebeugt werden. Aber das sind Luxusprobleme um die man sich zu gegebener Zeit kümmern kann. Vielleicht mache ich dafür auch noch Vorschläge.

    • Rosenquarz schreibt:

      Vielleicht verstehst Du das Problem besser an Hand eines „Freigeldsystems“ im Sinne eines Tauschrings. In diesem muss normalerweise eine Leistung erbracht werden bevor man Taler erhält. Denkbar ist aber durchaus, dass jemand Kredit erhält, also seine Leistung erst später erbringen muss. Dieser jemand kann natürlich auch der Staat sein welcher seine Bürger zu Steuerzahlungen zwingt.
      Das Geld ist also immer mit einer konkreten Leistung hinterlegt. Es MUSS also immer jemand Schuldner sein. Sonst ist das Geld wertlos.
      Der Staat kann zwar „bestimmen“, das er Geld ausgibt ohne jemals entsprechende Gegenleistung zu erbringen. Er kann dann aber genausogut die Bürger gleich enteignen denn er bezahlt ihre Leistung mit wertlosem Geld.

      Ansonsten nochmal: es gibt heute keine Geldmenge. Es gibt nur Guthaben und Schulden. Ein Teil dieser Schulden wird handelbar gemacht weil es praktisch ist. Die Grenzziehung heute (M3) wonach nur Schulden bis zu zwei Jahren Geld sind ist völlig willkürlich. Es könnten auch fünf oder zehn Jahre sein.

      • natitoffe schreibt:

        „Das Geld ist also immer mit einer konkreten Leistung hinterlegt. Es MUSS also immer jemand Schuldner sein.“

        Liest du meine Antworten eigentlich durch und versuchst sie zu verstehen?

        Ich zitiere jetzt einfach mal aus einem früheren Posting:
        „Ja, die Reichen sichern mit der untilgbaren Shuld bei der ZB ihre gigantischen Vermögen und können auch weiterhin fette Zinsen darauf kassieren. Nur einlösen können sie diese gehorteten Schuldverhältnisse nie mehr (in ihrer Gesamtheit), da die Zentralbank natürlich keine Werte produziert und hinterlegt. Aber diese Frage ist ohnehin eher theoretischer Natur, nicht?“

        Solange du darauf nicht eingehst, brauchen wir auch nicht weiter zu diskutieren. Ich mag mich nicht ständig wiederholen und argumentativ im Kreis drehen.

        „Sonst ist das Geld wertlos. Der Staat kann zwar “bestimmen”, das er Geld ausgibt ohne jemals entsprechende Gegenleistung zu erbringen. Er kann dann aber genausogut die Bürger gleich enteignen denn er bezahlt ihre Leistung mit wertlosem Geld.“

        Alle Staaten die Geld drucken „enteignen“ ihre Bürger, klar doch, gehts noch ein bisschen platter? Ach so, hatten wir auch schon: die Hyperinflation. Hat mit der Realität zwar nichts zu tun, ist eher eine Extremfallbetrachtung, aber lassen wir das. Die Hinweise auf Staaten die das erfolgreich praktizieren, ignorierst du ja eh. ebenso wie den Hinweis, dass man das ganze gerne auch aus Vermögens- und Erbschaftssteuern bezahlen kann.


        „Ansonsten nochmal: es gibt heute keine Geldmenge. Es gibt nur Guthaben und Schulden. Ein Teil dieser Schulden wird handelbar gemacht weil es praktisch ist. Die Grenzziehung heute (M3) wonach nur Schulden bis zu zwei Jahren Geld sind ist völlig willkürlich. Es könnten auch fünf oder zehn Jahre sein.“

        Ähm, schön für dich, für die Diskussion aber vollkommen nutzlos. Aber es macht dir offensichtlich Spaß andere zu belehren, auch wenn du keine wirklichen Argumente hast.

        Nun, da du mir gezeigt hast, dass mein Modell totaler Quatsch ist, bist du sicher auch bereit ein eigenes beizusteuern? Ich meine eines welches den Breiten-Wohlstand auch dann einigermaßen sichert, wenn die Wirtschaft nicht wächst? Oder wenn sie sich gegen Dumping-Staaten mal wieder nicht behaupten kann? Oder die Vermögensverteilung noch feudaler wird?

        Ich warte begierig…

        • Rosenquarz schreibt:

          Das Problem ist, dass Du das ganze Geldsystem nicht verstehst. Die ZB ist nur MAKLER der Schulden. Dem Geld welches die ZB druckt stehen in ihrer Bilanz u.a. Schulden von dritten z.B. Staatsanleihen gegenüber. Das sind zukünftige Steuerzahlungen. Die Steuerpflichtigen produzieren sehr wohl Werte.
          Die Schulden werden vollständig zurückgezahlt. Das passiert täglich, von Ausnahmen wie aktuell betreff Griechenland einmal abgesehen. Wenn ein Gläubiger meint seine Guthaben nicht mehr einlösen zu können verleiht er nichts mehr oder nur gegen eine hohe Risikoprämie. Auch das passiert täglich, kannst Du jeden Tag an der Börse beobachten. Deine Annahme, die Schulden könnten nie zurückgezahlt werden sind also offensichtlich volkommener Unsinn.
          Durchdenke Dein Modell doch einfach mal am Beispiel eines „Freigeldsystems“ dann merkst Du, dass es Betrug ist. Ohne Schuld kein Geld, so einfach ist das.
          Darum ist es auch unsinnig bei der Lösung volkswirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Probleme auf das Geldsystem abzuzielen denn das ist nur EINE Ableitung von Schulden. Letztlich geht es darum möglicht für alle, vor allem für die junge Generation Chancengleichheit herzustellen damit möglichst viele motiviert sind etwas zu leisten und zu riskieren. Auf der anderen Seite muss Demotivation durch drohende oder laufende Enteignung vermieden werden.
          Mein Vorschlag wäre zunächst einmal transparent zu machen wer in welchen System (Renten, Pensionen, Mieten, Patente, Anleihen, EEG, Aktien, Wohnen, Krankenversorgung usw.) welche Ansprüche / Guthaben hat. Weiter ist zu ermittlen wer welchen Schuldbelastungen inkl. Steuern und Abgaben unterliegt und wie das Konsumniveau ist.
          Wenn die Zahlen vorliegen kann ermittelt werden welche Guthaben gestrichen werden können. Dabei ist streng marktwirtschaftlich vorzugehen. Zu streichen sind also in erster Linie Guthaben die primär auf Grund staatlicher Privilegien bestehen. Das klassische Opfer einer solchen Enteignung wäre der mit Ende 50 frühpensonierte Angestellte der oberen Wasserbehörde. Er wohnt im schuldenfreien EFH mit EEG PV-Anlage, hat daneben noch eine vermietete ETW und ein Fereinhaus in Spanien, weiter ein kleines Aktiendepot bzw. Anleihen. Zu prüfen wäre inwieweit Umlagerentenzahlung gestrichen und ein Selbstbehalt bei Leistungen der Gesundheitsversorgung eingeführt werden kann. Die EEG Zahlungen können in jedem Fall gestrichen werden.
          Durch Streichung der Leistungen sinken die Schulden (nämlich die diese Leistungen zu erbringen) der anderen Bürger.

          • natitoffe schreibt:


            „Das Problem ist, dass Du das ganze Geldsystem nicht verstehst.“

            Diese anmassende Unterstellung gebe ich gerne zurück.

            „Das sind zukünftige Steuerzahlungen.“

            Oder neue Schulden, so wie in der Realität, die du ja gerne ausblendest (überzeugter Neoklassiker?)

            „Die Steuerpflichtigen produzieren sehr wohl Werte.“

            Die Leute in meinem Modell auch.

            „Die Schulden werden vollständig zurückgezahlt.“

            Weil jemand anderes sich in selber Höhe neu verschuldet, da eine Bank idR keine Sachwerte als Tilgung und Zins aktzeptiert. Wirklich blöd, wenn massenweise Leute Geld zur Seite legen, denn dann wird das Geld knapp bzw. der Schuldenbedarf steigt, gelle?


            „Deine Annahme, die Schulden könnten nie zurückgezahlt werden sind also offensichtlich volkommener Unsinn.“

            Nein, da hast du mich missverstanden. Alles Geld ist verbriefte Schuld, richtig? Wenn jemand ein Milliarden-Geld-Vermögen angehäuft hat und dieses nun, mit all den anderen Geld-Hortern, auf einen Schlag ausgeben möchte (die Schuld einfordern), was glaubst du, passiert dann?

            Und warum tritt sowas normalerweise nicht auf?

            Und genau darum geht es. Die angehäuften (ohnehin nie eingeforderten) Schuldverhältnisse werden tendenziell entwertet. Ich gehe davon aus, dass man das in der Praxis nichtmal bemerken würde, bei der Größenordnung von der wir hier sprechen (um die 10% Arbeitslosigkeit).


            „Ohne Schuld kein Geld, so einfach ist das.“

            Die Realität ignorieren wir, z.B. dass das dritte-Welt-Leichtwährungs-Hochinflationsland Schweiz Geld druckt, um den Außenwert des Franken niedrig zu halten (eine Subvention für die Exportwirtschaft). Ich höre sie schon laut jammern die armen betrogenen Franken-Käufer.

            „Chancengleichheit herzustellen damit möglichst viele motiviert sind etwas zu leisten und zu riskieren“

            Das ist sowas von 90iger Jahre mit Tony Blair und „neuer Mitte“ und der ganzen neoliberalen Kacke, geh mir weg damit! Erzähl mal den Jugendlichen die in Bildungsmassnahmen geparkt werden, nichtmal Anspruch auf H4 haben und Null berufliche Erfahrung, was von Risiko eingehen. Die bekommen noch nichtmal einen Kredit, davon abgesehen, dass nicht jeder als Unternehmer taugt und der Markt rezessiv ist, man tendenziell für Risiko also mehr bestraft als belohnt wird.

            Du hast dich in dein albernes Weltbild von Enteignungsparanoia und Hyperinflations-Hysterie festgefressen, während die Menschen ganz andere Probleme haben.


            „Mein Vorschlag wäre zunächst einmal transparent zu machen wer in welchen System (Renten, Pensionen, Mieten, Patente, Anleihen, EEG, Aktien, Wohnen, Krankenversorgung usw.) welche Ansprüche / Guthaben hat. Weiter ist zu ermittlen wer welchen Schuldbelastungen inkl. Steuern und Abgaben unterliegt und wie das Konsumniveau ist.“

            Ja, viel Glück dabei. Da brauchst du mal noch ne Extrabehörde, ne Notstandsverordnung und einen repressiven Geheimdienst um den Protest zu unterdrücken.

            „Wenn die Zahlen vorliegen kann ermittelt werden welche Guthaben gestrichen werden können.“

            Das machst dann du? Nach den dir eigenen „objektiven Kriterien“?

            „Dabei ist streng marktwirtschaftlich vorzugehen.“

            Natürlich 😉
            Denn nur Kapitalbesitzer sind mit reinem Fleiß und purer Aufrichtigkeit an ihre Pfründe gekommen *ächz*. In welcher Welt lebst du?

            „Durch Streichung der Leistungen sinken die Schulden (nämlich die diese Leistungen zu erbringen) der anderen Bürger.“

            Und das ist jetzt viel besser, gerechter und unbürokratischer als mein Weg, in dem der Kreis der Leistungserbringer steigt?

  3. Rosenquarz schreibt:

    Du schreibst: „Das Geld dazu leiht sich der Staat zinslos von der ZB“. In Deinem Konzept ist aber nirgendwo die Rede davon, dass er es mal zurückzahlt. Das Geld ist damit wertlos weil es nicht mit Schulden hinterlegt ist. Die Menschen würden gerade soviel von diesem Geld für Ihre Leistung akzeptieren wie sie zum zahlen der Steuern benötigen und auch das nur mit massiven Zwang, evtl. Mauerbau usw..

    • natitoffe schreibt:

      „Du schreibst: “Das Geld dazu leiht sich der Staat zinslos von der ZB”. In Deinem Konzept ist aber nirgendwo die Rede davon, dass er es mal zurückzahlt. Das Geld ist damit wertlos weil es nicht mit Schulden hinterlegt ist.“

      Geld wird nicht dadurch werthaltig, dass es Schuld ist, sondern dass der umlaufenden Geldmenge ein entsprechender Sachwert gegenüber steht. Das ist in meinem Modell gegeben, zumindest in dem Rahmen, in dem das auch jetzt der Fall ist.

      Was du ansprichst ist eher die Inflationsfrage „wie knapp muss Geld sein?“, die Schuld hält Zahlungsmittel knapp, nichts anderes ist ihre Aufgabe. Nun ich behaupte: das bisherige Modell führt zur massiven Bereicherung einiger weniger (Kapitalkonzentration Dank Zins- und Zinseszins). Da die Geldmenge nachweislich immer steigen muss (der Zins wird bei der Schuld nicht mitgeschöpft) muss auch der Schuldenstand immer steigen.

      Beide Faktoren führen zu Massenarbeitslosigkeit, sowie unanständigen Reichtum (und damit auch politischer Macht) auf der einen Seite und existentieller Armut und Abhängigkeit auf der anderen. Aus gesellschaftlicher Sicht ist dieses System also gescheitert. Und was du auch vergisst: all die Staatsschulden wird auch niemand zurückzahlen, rein fiktiver Zahlenzauber, denn im Endeffekt müssten immer die Reichen verzichten (Steuer, Schuldenschnitt oder Inflation) da sich bei denen all das Geld gesammelt hat und alte Schuld stets nur mit neuer getilgt werden kann (in einem System in welchem alles Geld = Schuld ist, wie in unserem).



      „Das Geld ist damit wertlos weil es nicht mit Schulden hinterlegt ist. Die Menschen würden gerade soviel von diesem Geld für Ihre Leistung akzeptieren wie sie zum zahlen der Steuern benötigen und auch das nur mit massiven Zwang, evtl. Mauerbau usw..“

      Nochmal: Zahlungsmittel muss nicht Schuld sein (auch wenn sie es derzeit in der EU ist), das beste Beispiel ist Gold, nur weil die Goldmenge durch Bergbau steigt, ist es doch keine unbeliebte Wertanlage, nicht? Auch der US-Dollar wird noch als Zahlungsmittel aktzeptiert, dabei drucken sich die Amis auch per ZB-Anleihe Geld und zwar viel unkontrollierter als in meinem Modell und nicht annähernd so sozial:

      http://www.hebelprodukte.de/bnews_2377691.html

      http://www.readers-edition.de/2011/06/27/usa-bernanke-kuendigt-massiven-ankauf-von-us-staatsanleihen-auch-nach-dem-ende-von-qe2-an/

      Davon abgesehen bliebe die geschöpfte Geldmenge in meinem Modell überschaubar, da ja auch die momentan Arbeitslosen einen überschaubaren Anteil an der
      Bevölkerung haben.

      • Rosenquarz schreibt:

        Es gibt keine definierte „umlaufende Geldmenge“. Die Menge der zirkulierenden (also nicht in der Schublade liegenden) Banknoten kann nur grob geschätzt werden. Der Rest sind Schuldverhältnisse unterschiedlicher Fristigkeit. Manchen dieser Schulden und ein kleiner Teil der Banknoten sind mit Sachwerten besichert, manche mit Rechten, manche mit zukünftigen Steuern und manche gar nicht bzw. nur mit Dienstleistungen. Wenn die Amis „Geld drucken“ versprechen Sie letztlich nur dem Gläubiger einen Gegenwert zu liefern. Wer seine Lieferungen und Leistungen heute gegen Dollar Guthaben tauscht geht davon aus, dass er in der Zukunft im Gegenzug ebenfalls Leistungen erhält – wo auch immer auf der Welt. Die Amis sind so stark, dass sie a) selbst viel leisten können und b) andere zwingen können gegen Dollar zu leisten.
        Die Schulden (bei Dir Geldmenge) müssen übrigens keineswegs immer steigen wenn die Zinsen konsumiert werden.
        In Deinem Modell werden die Arbeitslosen permanent mit neuem Geld bezahlt. Ob die vom Staat beschäftigen und bezahlten Arbeitslosen Werte schaffen oder Dienstleitungen erbringen die das Geld wert sind ist die große Frage. Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht denn sonst würde ihre Leitung am Markt nachgefragt werden.

        • natitoffe schreibt:

          „Es gibt keine definierte “umlaufende Geldmenge”. Die Menge der zirkulierenden (also nicht in der Schublade liegenden) Banknoten kann nur grob geschätzt werden.“

          Ähm und? Nur weil sie nicht genau definiert ist, gibt es doch umlaufendes Geld, oder nicht? Auf was willst du hinaus?


          „a) selbst viel leisten können“

          Wir auch.

          „b) andere zwingen können gegen Dollar zu leisten.“

          Mir geht es um den Innenwert, nicht darum, ob die Währung als Devise taugt. Du wirfst da einige Sachen durcheinander. Ich will ja nicht die ganze Welt mit diesem Modell beglücken, es spielt sich innerhalb Deutschlands ab.

          „Die Schulden (bei Dir Geldmenge) müssen übrigens keineswegs immer steigen wenn die Zinsen konsumiert werden.“

          Doch müssen sie, nur nicht (wie oft behauptet) exponentiell. Dass sie es offenbar trotzdem tun:
          http://www.guenter-hannich.com/wp-content/uploads/2010/12/red-abb2-staatsschulden.jpg
          zeigt, dass die Zinsen offenbar nicht verkonsumiert werden, sondern entweder ins Ausland abfliessen oder an die Börse wandern oder was-auch-immer.

          „In Deinem Modell werden die Arbeitslosen permanent mit neuem Geld bezahlt. Ob die vom Staat beschäftigen und bezahlten Arbeitslosen Werte schaffen oder Dienstleitungen erbringen die das Geld wert sind ist die große Frage.“

          Das ist es bei den jetzt Beschäftigten auch, nicht? Was für eine Leistung erbringt ein Werbetexter? Was für eine der hundertausendste Versicherungsagent der tausendsten an sich überflüssigen Versicherungsgesellschaft, die Kunden mehr oder weniger überflüssige und intransparente Produkte aufschwatzt? Ob sowas Sinn macht oder nicht, ob man das will ist eine gesellschaftlich/demokratische Entscheidung. Ehrlich gesagt würde ich solche Leute lieber im öffentlichen Dienst sehen, der Benefit für die Gesellschaft wäre größer.

          „Mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht denn sonst würde ihre Leitung am Markt nachgefragt werden.“

          Komischerweise ändert „der Markt“ sein Nachfrageverhalten offenbar, sonst wären Phasen mit Vollbeschäftigung (wie in den 70igern) nicht erklärbar, nicht?

          In diesem Punkt werden wir wohl nicht einig werden: ich räume der Beteiligung aller Menschen am Wohlstand einen deutlich höheren Stellenwert ein, als beispielsweise der Frage ob eine Währung mit 2% oder 4% inflationiert.

          Menschen die arbeiten, entwickeln sich, schaffen mit Einkommen Perspektiven für sich und ihre Kinder, investieren selbst wieder, weil sie finanzielle Sicherheit haben. Die neoklassichen Deppen mit ihren Prekarisierungsprogrammen zerstören all das, für ihr verfehltes und menschenfeindliches Wirtschaftsbild.

          • Rosenquarz schreibt:

            Auch das Bargeld ist umlauffähig gemacht Schuld. Hinter (fast) jeder 50 € Banknote stehen 50 € zukünftige Steuerzahlung, indirekt über die Geschäftsbanken auch Sachwerten. Das sind aber alles Schuldverhältnisse. Wenn eine Banknote gedruckt wird stehen dieser nicht automatisch beliebige (Sach) werte gegenüber. Dafür ist ein Schuldverhältnis nötig.
            Damit das System in der Wage bleibt müssten auch die von Dir angestrebten Zahlungen an Arbeitslose irgendwo verbucht werden. Später, wenn die Arbeitslosen leisten und produzieren müsste der Wert der geschaffenen Produkte und Leistungen mit der Buchung verglichen werden. Wenn sich herausstellt, dass der geschaffene Wert unter den ursprünglichen Zahlungen liegt bedeutet das, dass entsprechende Geld ist wertlos.
            Dafür bedarf es keines neuen Modells denn genau das wird heute schon gemacht. Der Staat könnte sich auch problemlos 100 Mrd € zusätzlich beschaffen und auszahlen. Er kann das ein paar mal machen (in Deinem Modell muss permanent ausgezahlt werden) aber irgendwann ist Schluss weil die Gläubiger nicht mehr daran glauben, dass genügend Werte geschaffen werden. Gläubiger sind übrigens auch alle die die Banknoten in der Hand halten. Die werden sich dann nach anderen Banknoten umsehen und ihre Geschäfte damit abwickeln.
            Wohlstand wird insbesondere in Deutschland in Guthaben gemessen: Versicherungen, Renten usw.. Durch eine Inflation wird der Wohlstand vernichtet.

            • natitoffe schreibt:

              „Auch das Bargeld ist umlauffähig gemacht Schuld.“

              Das ist mir bewusst, immerhin müssen es die Geschäftsbanken von der ZB leihen, meines Wissens sogar verzinst.

              „Hinter (fast) jeder 50 € Banknote stehen 50 € zukünftige Steuerzahlung,“

              Ähm, bitte?

              „Damit das System in der Wage bleibt müssten auch die von Dir angestrebten Zahlungen an Arbeitslose irgendwo verbucht werden.“

              Werden sie ja, in der Bilanz der Zentralbank.

              Und da die nie pleite geht und auch keine Zinsen verlangt, kann diese Art Schuldenberg ewig anwachsen. Na ja, zumindest bis die Computer aussteigen, weil die Zahlen zu groß werden 😉 So ähnlich wie jetzt die Staatsschulden mancher Länder (USA), aber das hatten wir schon, da bist du mir ausgewichen.

              NATÜRLICH hat das Nebenwirkungen (auf die willst du vermutlich hinaus) und weißt du wie die aussehen? So:
              http://www.bpb.de/wissen/U4CJQA,0,Verm%F6gensverteilung.html

              Ja, die Reichen sichern mit der untilgbaren Schuld bei der ZB ihre gigantischen Vermögen und können auch weiterhin fette Zinsen darauf kassieren. Nur einlösen können sie diese gehorteten Schuldverhältnisse nie mehr (in ihrer Gesamtheit), da die Zentralbank natürlich keine Werte produziert und hinterlegt. Aber diese Frage ist ohnehin eher theoretischer Natur, nicht?

              Ich muss zugeben, dass mir Vermögenssteuern lieber wären, die ZB-Finanzierung ist nur eine Krücke, weil Steuern gegen die Mächtigen derzeit nicht durchsetzbar sind. Aber das muss nicht so bleiben, woher das Geld kommt, ist ja flexibel.

              „Modell muss permanent ausgezahlt werden) aber irgendwann ist Schluss weil die Gläubiger nicht mehr daran glauben, dass genügend Werte geschaffen werden.“

              Und was interessieren mich die Gläubiger? Genau die will ich ja entmachten. Was maßt sich irgendein superreicher Erbling an, eine gesellschaftliche Entwicklung seinem primitiven Renditedenken zu unterwerfen? Die Reichen sind das Problem in diesem System, entweder man macht sie arm oder man entmachtet sie wenigstens.

              Und dass dein Mechanismus auf ganzer Linie versagt hat, kannst du gerade in Griechenland beobachten. Da werden Volkswirtschaften ruiniert, wegen dieser hirnrissigen Ideologie.


              „Gläubiger sind übrigens auch alle die die Banknoten in der Hand halten. Die werden sich dann nach anderen Banknoten umsehen und ihre Geschäfte damit abwickeln.“

              Sollen sie doch, wir haben ja dann die Zentralbank.


              „Wohlstand wird insbesondere in Deutschland in Guthaben gemessen: Versicherungen, Renten usw.. Durch eine Inflation wird der Wohlstand vernichtet.“

              In der Volkswirtschaftslehre vielleicht, ansonsten nicht:
              http://de.wikipedia.org/wiki/Wohlstand

              Zitat:
              „Wohlstand (auch Wohl, Wohlergehen) ist ein positiver Zustand, der individuell unterschiedlich wahrgenommen wird. Wohlstand setzt sich aus immateriellem und materiellem Wohlstand (siehe auch Lebensstandard) zusammen. Der Lebensstandard ist leichter zu messen. Umgangssprachlich ist mit Wohlstand gemeint, […] dass es ihm in materieller Hinsicht an nichts mangelt. Im Rahmen politischer Entscheidungen und Wirkungsweisen wird bislang meist der materielle Wohlstand bzw. das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf als Indikator für materiellen Wohlstand berücksichtigt. Weitere Wohlstandsindikatoren sind der Engel-Koeffizient und der Human Development Index.“

              Ob es den Leuten gut geht, hängt nicht allein von den gerafften Schuldverhältnissen ab. Insbesondere schliesst du natürlich die Leute aus, die keine solchen raffen können, weil arbeitslos. Auch wenn du das mit einem implizierten neoklassich/neoliberalen „die taugen nichts für den Markt“ wegwischst.

              • Rosenquarz schreibt:

                Du hast das ZB System und die Geldschöpfung nicht verstanden. Umlauffähig gemacht wird nicht die Schuld der Geschäftsbanken bei der ZB sondern die von den Geschäftsbanken als Sicherheit hinterlegten Schulden anderer. Damit die Geschäftsbanken ZB Geld (Banknoten) erhalten müssen sie notenbankfähige Sicherheiten hinterlegen, in der Regel Staatsanleihen oder auch Pfandbriefe auf Immobilien (das sind Deine Sachwerte). Was in Deinem Modell ausgezahlt wird führt also zwangsläufig zu immer höheren Staatsschulden. Staatsschulden sind primär zukünftige Steuerzahlungen – das zu Deinem „ähm_bitte“..
                Auch wenn die ZB „einfach so“ Geld druckt führt das zu höheren Staatsschulden weil die Staaten Eigentümer der ZB sind und folglich für deren Verbindlichkeiten haften. Ausgegebene Banknoten sind Verbindlichkeiten der ZB. Vereinfacht gesagt steckt hinter Deiner 50 € Banknote das Versprechen der Staaten Europas Ihren Bürger zu befehlen irgendwann mal eine vergleichbare Leistung zu erbringen die Du erbracht hast um die 50 € Banknote zu erhalten. Die ZB reicht dieses Versprechen mehr oder weniger nur 1:1 durch.
                Aber Du gibst Dir ja gar keine Mühe zu verschleiern um was es Dir letztlich geht, nämlich die Entwertung von Guthaben, die Enteignung der Gläubiger. Grundsätzlich ist sowas ab und an nötig um wieder Chancengleichheit herzustellen. Inflation ist der der denkbar ungeeignetste Weg dazu. Kredit in nennenswertem Umfang erhält heute nur wer leistungsfähig ist und/oder Eigentum als Sicherheit zu bieten hat. Nach der Inflation hat diese Gruppe dann schuldenfreie Eigenheime, Mietshäuser, KfZ, Maschinen usw.. Zu den Staatsanleihen wird auf höchster Ebene eine Quote verhandelt. Millionen Kleinsparer haben nichts mehr.
                Und diese Aktion willst Du nicht nur einmal sondern planmäßig wiederkehrend (wegen der Dauerzahlung ohne Gegenwert) durchführen nur um ein paar hunderttausend nicht vermittelbare Langzeitarbeitslose zu beschäftigen? Das findet keine Mehrheit im Volk.
                Geld ist sofern es selbst keinen Wert hat (Goldmünze) immer nur eine Erscheinungsform von Schuld. Die Banken, auch die ZB sind Händler und Makler von Schulden. Auch die ganzen sogenannten Freigeldsysteme (Wörgl, Chiemgauer etc.) basieren auf diesem Prinzip. Es wird eine Leistung erbracht und diese wird irgendwo verbucht. Der Leistende hat einen Anspruch zukünftige eine ähnliche Leistung von jemand anderes zu erhalten. Niemand würde einem solchen Freigeldsystem beitreten wenn er feststellt, dass die Buchhaltung sich selbst oder dritten einfach so Guthaben einräumt ohne, dass eine entsprechende Gegenleistung erbracht wird. Genau das hast Du mit Deinem Modell aber vor.

  4. viosz schreibt:

    Du beschreibst im Grunde das MMT-Modell (Modern Monetary Theory), was fortschrittliche VWLer wie Bill Mitchell, Warren Mosler und Randall Wray schon lange fordern. Alles gut und richtig, dass der Staat direkt Geld bei seiner Zentralbank zur Finanzierung seiner Aufgaben schöpfen soll, das Problem sehe ich in der konsequenzlosen politischen Verantwortung und dem, zumindest in Deutschland nicht vorhandenen, ökonomischen Geschick der politischen Elite bei der Entscheidung, wo der Staat investieren soll.

    Selbst die USA, die ja Geld chartialisch schöpft und damit jeden in Arbeit und Lohn beim Staat bringen könnte macht dies auch. Jeder kann sich beim Staat anstellen lassen, bekommt ein Grundgehalt und kostenlose Reisen in alle Welt (bevorzugt in touristisch wertvolle Staaten wie Irak, Afganistan).

    Ich vermute, dass es in Europa nicht viel anders werden würde, wenn wir eine einheitliche Wirtschaftsregierung mit Zugrif auf die EZB bekämen.

    • natitoffe schreibt:

      @viosz
      Danke für die Antwort und den Hinweis und sorry für die späte Antwort.

      „das Problem sehe ich in der konsequenzlosen politischen Verantwortung und dem, zumindest in Deutschland nicht vorhandenen, ökonomischen Geschick der politischen Elite bei der Entscheidung, wo der Staat investieren soll“

      Vielleicht kommt das nicht klar heraus, aber bei meinem Modell ist diese Frage doch geklärt: der Staat zahlt nur den Mindestlohn (bzw. den Differenzbetrag) für Leute die andersweitig nicht unterkommen aus frischem Geld, und ist damit in Konkurrenz zur Wirtschaft und zu sich selbst. Will er Angestellte zu einem höheren Lohn quasi „ersteigern“, muss das Geld dafür aus Steuern kommen.

      Weder wird einseitig die Wirtschaft gepampert, noch ist das ein Selbstbedienungsladen für Bürokraten.

      „Jeder kann sich beim Staat anstellen lassen, bekommt ein Grundgehalt und kostenlose Reisen in alle Welt (bevorzugt in touristisch wertvolle Staaten wie Irak, Afganistan).“

      Das beweist nur, dass es prinzipiell funktioniert 😉

      Der Reiz in meinem Modell ist aber ja gerade, dass NICHT der Staat automatisch das Rennen macht und die Arbeitnehmer auch Angebote ausschlagen können. Eine Kriegswirtschaft, wie die der Amerikaner, ist hingegen auf eine gewisse Not in der Bevölkerung angewiesen, um preiswertes Kanonenfutter zu bekommen. Das letzte was mir vorschwebt…

      „Ich vermute, dass es in Europa nicht viel anders werden würde, wenn wir eine einheitliche Wirtschaftsregierung mit Zugrif auf die EZB bekämen.“

      Da kannst du wetten, auch ohne EZB. Der militärisch-industrielle Komplex ist mind. genauso stark wie in USA (allein Deutschland ist drittgrößter Waffenexporteur auf der Welt) Ich persönlich hoffe auf ein Zerfallen der EU in ihrer jetzigen Form, mind. auf ein Ende des Euros. Man verliert in einem derart zusammengschusterten Verbund mehr an Handlungsfähigkeit, Bürgernähe und Demokratie, als man durch Zusammenarbeit gewinnt.

      Wie gesagt: was national nicht machbar ist, ist es international erst recht nicht. Wer was anderes behauptet, träumt.

      Ich bin ja sehr für europäische Zusammenarbeit, aber die sollte freiwillig und von souveränen Staaten aus gemacht werden, nicht diktiert von einer zentralistischen autokratischen Kommission…

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