Buchkritik1: Der Amboss der Sterne von Greg Bear

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Die Idee ist ganz, ähm, witzig oder besser: hat Potential. Die Erde wird vernichtet, die wenigen überlebenden Menschen machen mit Hilfe einer Wohltäter-Rasse eine Rache-Schiff fertig, stopfen es mit Kindern und automatischen Erziehgehilfen voll und senden es los.

In fast 600 Seiten erarbeitet Greg eine Art Psychologie der Truppe, was teilweise langatmig wird, aber lesbar bleibt. Angekommen im ersten Sternensystem finden sie dieses leer vor, Indizien weisen auf die Herkunft der Vernichter hin, sie vernichten es mit etwas Glück (beim Angriff erfolgt überraschend Verteidigung) und entkommen ins nächste System.

Auch dort finden sich Indizien, das System scheint aber bewohnt, die Bewohner flehen darum verschont zu werden und distanzieren sich von evtl. Tätern die sie nicht kennen. Das psychologische Patt wird ganz gut dargestellt, Unsicherheit und Angst getäuscht zu werden auf Seiten der Racheengel, Unmöglichkeit der Zerstörung von Seiten der Bewohner, da sich die Racheengel verteilt und versteckt haben.

Die Gruppenpsychologie führt dazu, dass ein unbeliebter und skrupelloser (gewählter) Anführer, ohne Wissen des Restes der Gruppe nicht nur Kritiker und evtl. Störer innerhalb der Racheengel mutmasslich eliminiert, sondern auch das Sternen-System angreift und komplett zerstört. Einzig aufgrund vager Indizien und dem Verdacht getäuscht zu werden, so ungefähr: „Die Mission ist alles, die Interpretation des Gesetzes obliegt nur mir, Opfer sind hinzunehmen.“

Soweit so gut, das Buch könnte ein moralisches Lehrstück sein. Ein Lehrstück über Unsicherheit in Gefechten, ein Lehrstück über Gruppendynamik, ein Lehrstück über Sinnlosigkeit und Brutalität von Rache. WENN, ja WENN nicht das total bescheuerte Ende wäre.

Nachdem das ganze Sternensystem ausgelöscht wurde (!!!) finden sie tatsächlich massenweise Massenvernichtungswaffen. Der Anführer ist quasi rehabilitiert, die Vernichtung gerechtfertig.

Das ist derart primitiv und reaktionär, dass ich mich beherrschen musste das Buch nicht in die Ecke zu peffern. Greg lebt hier offensichtlich seine Version eines Irak-Krieges, könnte man meinen, wenn das Buch nicht schon in den 90igern geschrieben worden wäre.

Die Moral von der Geschichte kurz zusammengefasst:

1) Führerschaft ist anstrengend und unschön, aber nötig (obwohl die Gruppe klein genug wäre um sehr schnell gemeinschaftlich abzustimmen)

2) innere Feinde muss ein guter Führer bekämpfen und eliminieren

3) Zweifel und Mitleid dürfen eine Mission nicht gefährden und müssen zurückstehen, wenn ein Feind sich hinter Unschuldigen verschanzt darf man nicht zögern und muss alle auslöschen

4) der Feind schlägt plötzlich und brutal zu und ohne erkennbaren Sinn und Nutzen, er versteckt sich extrem geschickt und beherrscht alle Tricks um zu manipulieren und zu täuschen, er ist homogen und muss daher mit Stumpf und Stil ausgerottet werden, notfalls seine Nachkommen, Schuldbeweise sind hingegen verzichtbar

Was hier spricht ist nicht nur die übliche amerikanische Paranoia, und eine Logik die beim Militär angesiedelt sein dürfte, sondern pure faschistische Ideologie. Und sie wird nicht etwa kritisiert, sondern letztlich im Buch GERECHTFERTIGT.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass solche Schwarten vom amerikanischen Militär kostenlos ans patriotische Kanonenfutter verteilt werden oder vielleicht sogar vorfinanziert? So wie diverse Ego-Shooter?:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/US-Armee-produziert-First-Person-Shooter-60946.html

Greg leck mich am Arsch mit deiner reaktionären Sichtweise, das schlechteste Buch was ich seit langem gelesen habe und sicher das letzte von dir!

So, das musste mal gesagt werden. Mein Gott habe ich mich geärgert.

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