Garten1 – Apfelsorte Jakob Fischer

Meine große Leidenschaft ist der Garten, keine Ahnung woher das kommt, vielleicht bin ich die Re-Inkarnation eines Landwirts 🙂

Besonders fasziniert mich alles was mit Obst- und Gemüse zu tun hat, nicht dass ich Blumen langweilig finde, aber Geschmack ziehe ich dem rein optischen Genuss vor *g*

Leider eines der vielen Themen, mit denen man isoliert dasteht. Viele Leute haben keinen Garten oder einen winzigen und wenn sie einen haben, dann bepflanzen sie ihn mit Straßenbegleitgrün und Baumarktblümchen, damit sie ja keine große Arbeit haben. Es soll sogar Leute geben, die kein Obst liegen sehen können und deshalb ihre Obstbäume wegmachen (krank!). Und findet man dann mal einen anderen Enthusiasten, dann hat er oft sein eigenes Spezialgebiet oder gibt sich als unerträglicher Besserwisser.

Nun wie auch immer, ich will nicht meine schlechten Erfahrungen verallgemeinern, sind sie schliesslich rein subjektiv. Stattdessen will ich meine Erfolge, Fehlversuche und Erfahrungen teilen, in der Hoffnung andere wissen sie vielleicht zu schätzen.

Apfelsorte Jakob Fischer:

Eine Sorte über die ich durch Zufall gestolpert bin, da von dieser schon zwei Bäume auf meinem neu erworbenen Gartengrundstück standen. Das heisst ich vermute es ist „Jakob Fischer“, weil alle Beschreibungen gut passen und diese Sorte eher ungewöhnlich ist, außerdem stammt sie aus der Region:

http://www.steinhausen-rottum.de/texte/seite.php?id=92602

Vermutlich hätte ich selbst sie nie gekauft, da die Beschreibungen im Internet dürftig und oft zweifelhaft sind. Daher hier meine Erfahrungen damit:

Vorteile:

  • mittlere bis riesige Früchte
  • bei Vollreife intensiver sehr leckerer Apfelduft
  • attraktives oft knallrotes glänzendes Äußeres mit gelber Musterung
  • schorfresistent
  • eher schmelzige und wenig harte Konsistenz
  • eher wenig Säure, aber guter Zucker
  • bei Vollreife und ausreichend Sonne hervorragender spezieller fast schon sahniger Geschmack
  • relativ zeitig reif (je nach Region/Wetter Ende August bis Ende September)
  • geeignet für Höhen und Windlagen (ich wohne auf windigen 600 m)
  • die Äpfel hängen sehr fest, aber fallen bei Vollreife bequemerweise komplett runter
  • sehr robuste lebenswillige Bäume, Schäden (z.B. aufgeplatzte Rinde bei durch Fruchtbehang überlasteten Ästen) überwachsen hervorragend, gute aufrechte Baumstruktur mit recht guter Verzweigung, wenig pflegeintensiv, ist angeblich als frostharter Stammbildner für empfindlichere Sorten geeignet
  • bisher regelmässig und sehr reich tragend (natürlich nur wenn die Blüte nicht verregnet und Bestäuber zur Verfügung stehen), selbst angeblich kein guter Pollenspender
  • außer zum Frischverzehr sehr gut geeignet für Apfelmuss und ähnliches (einkochen und Apfelkuchen habe ich noch nicht probiert, Stücke könnten aber etwas zerfallen, da Früchte nicht sehr hart)

Nachteile:

  • Nicht lange haltbar (was die große Erntemenge etwas relativiert), selbst kühl und dunkel nur einige Wochen, dann werden sie matschig und faulig. Angeblich halten sie länger wenn man sie früh abnimmt, aber:
  • bei Nicht-Vollreife geschmacklich eher fade
  • Durch die schmelzige Konsistenz bei Vollreife eher schlecht zum entsaften geeignet, zumindest in der großen Tuchpresse (richtiger Name fällt mir gerade nicht ein) unserer Gemeinde. In einer kleinen Handpresse versuche ich es dieses Jahr, in Entsaftermaschinen und Zentrifugen macht er laut Kollegen auch eher Probleme. Eventuell besser bei früher Abnahme.
  • Der Glanz der Äpfel und die Schorfresistenz rührt von einer dicken Wachsschicht her, das stört den Geschmack NICHT, aber die Handhabung. Einen Apfel der in den Dreck fällt wieder sauber zu bekommen, ist schwer, das Zeug klebt fast schon am Apfel und löst sich unterm Wasserstrahl nicht ohne weiteres.

Die Nachteile führen leider dazu, dass man den Apfel nicht im Handel bekommt, was ihn als Hausapfel aber natürlich zusätzlich interessant macht. Wer wenig Platz und Verarbeitungskapazität hat, kann sich ja einen Reisser auf einen anderen Baum setzen (wie das geht, beschreibe ich noch), habe ich bei meinen Eltern gemacht, die einen starkwüchsigen nicht besonders guten Apfelbaum im Garten haben.

Ich bin begeistert von der Sorte, je länger ich mich mit ihr auseinandersetze. Und da ich milderes (weniger saures) Obst mit speziellen Aromen und angenehm weicher Konsistenz bevorzuge, bin ich glücklich zwei Bäume davon im Garten stehen zu haben.

Ich habe letztes Jahr die halbe Firma und den lokalen Kindergarten mit Äpfeln versorgt und auch noch zwei Säcke entsaften lassen und hoffe heuer fällt die Apfelblüte wieder günstig 🙂

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