Teil1: Hat die (Volks)Wirtschaftswissenschaft noch eine Zukunft…?

„In einem Brief an Roy Harrod, seinen ersten Biografen, schrieb Keynes: „Ich möchte entschieden betonen, dass die Wirtschaftswissenschaft eine moralische Wissenschaft ist. Ich habe das bereits erwähnt: Sie befasst sich mit Selbstbeobachtung und mit Werten. Ich könnte noch hinzufügen, dass sie sich mit Motiven, Erwartungen und psychologischen Unsicherheiten beschäftigt. Es ist so, als ob der Fall des Apfels auf den Boden von den Motiven des Apfels abhinge, ob es sich wohl lohne, auf den Boden zu fallen, und ob der Boden wolle, dass der Apfel auf ihn fiele, und von den falschen Berechnungen seitens des Apfels, wie weit er nun vom Zentrum der Erde entfernt sei.“ Worum es ihm hier geht, ist, dass die Wirtschaftswissenschaften nicht mit Naturwissenschaften verwechselt werden dürfen. Ein Ökonom muss ein „Mathematiker, ein Historiker, ein Staatsmann und ein Philosoph“ sein, und „kein Teil der Natur des Menschen oder seiner Institutionen“ dürfen von ihm übersehen werden, wie er schrieb.“

Quelle: http://www.brandeins.de/magazin/lebensplanung/von-aepfeln-und-birnen.html
Aus einem Interview mit Lord Robert Skidelsky

Wir alle wissen, dass es damit nicht weit her ist!

Was ein echter neuzeitlicher Ökonom ist, insbesondere ein Neoklassiker/Neoliberaler, der interessiert sich nicht für Menschen, ja nichtmal sonderlich für die Realität, ökonomische Details, oder gar für Moral, sondern nur für seine teilweise weltfremden Theorien, mit etwas Glück noch für Statistiken.

Solche Ökonomen, die idR selbst nie Not oder gar Hunger gelitten haben, haben dann auch kein Problem die Kürzung von Sozialprogrammen o.ä. vorzuschlagen, solange sich das in ihren Tabellen als Wirtschaftswachstum oder Einkommensanhebung wiederspiegelt oder ihr Denkmodell das fordert. Scheitert ihr Rezept, ist immer jemand anderes dran schuld (Politiker, unwilliges uneinsichtiges Volk, unvohergesehene Ereignisse…).

Umweltzerstörung? Aushebelung von Demokratie und Gemeinschaftsinteressen? Steigender Verbrauch begrenzter Rohstoffe? Landflucht? Extreme Ungleichheit und Abhängigkeit von privaten Gläubigern? Auflösung gewachsener sozialer Strukturen? Slums und Elend? Steigende Kriminalität? Wachsende politische Instabilität? Korruption? Alles kein Thema!

Wie ich darauf komme? Nun ich habe Paul Krugmans Buch „Die neue Weltwirtschaftskrise“ gelesen. Nicht vollständig leider, weil ich es nur ausgeliehen hatte, aber ich denke weit genug, um Krugman einigermaßen einschätzen zu können.

Und ganz ehrlich: er hat mich ein bisschen enttäuscht. Der streitbare Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman, der sich selbst als „free-market Keynesian“ bezeichnet und so eine Art Star der Ökonomenszene ist, kommt in dem Buch teilweise recht oberflächlich daher, was mich zu der Schlußfolgerung veranlasst, dass er eher der Einäugige unter den Blinden ist, als ein Sehender.

Er macht z.B. nicht den Fehler den Erfolg einer Wirtschaftspolitik nur an der Wachstumsrate und den gemittelten Einkommen zu messen, er zieht auch die pro kopf verbrauchte Kalorienzahl hinzu. Das ist aber leider immer noch unglaublich oberflächlich und sagt fast nichts aus. Ist der Umstieg von Reis und Gemüse zu Hamburgern und Speck eine echte Verbesserung (so man der Datenerhebung in einem Entwicklungsland überhaupt soviel Glauben schenken will)? Und mit wieviel Zerstörung und neuer Abhängigkeit wurde das bezahlt?

All das spielt für ihn offenbar keine Rolle. Die segensreiche Wirkung des Weltmarktes steht für ihn ebenso zweifelsfrei fest, wie er eine gnadenlose schnelle Industriealisierung und globale Konkurrenzfähigkeit für absolut notwendig hält. Seine Kritik beschränkt sich im Wesentlichen auf die „Spar“programme und die damit einhergehende Nachfrageschwächung, sowie auf die Unsicherheit durch, und Abhängigkeit von den Finanzmärkten, und ich vermute, dass das nicht nur an lückenhaften Daten und einer bewussten Vereinfachung liegt.

Lesen kann man das Buch trotzdem, es enthält einige interessante Aspekte, Modelle und erläutert historische Begebenheiten.

Endlich Neues wagen!

Nun wie auch immer, vielleicht ist es einfach wichtig und an der Zeit die Volkswirtschaftswissenschaft auf stabilere Beine zu stellen, ihre Ziele zu hinterfragen, ihre Grenzen offenbar zu machen und ihre Fehler zu bereinigen.

Am besten werfen wir dafür das Wort „Volkswirtschaftslehre“ als erstes über Bord, lehren kann man schliesslich  nur, was man verstanden hat und das scheint nicht wirklich viel zu sein. Mehr Mystik als Wissen.

Darüber hinaus scheint mir eine Betonung von „Wissenschaft“ wichtig. Ein Ergebnis sollte nicht nur schön klingen und gut in ein philosophisches Denkgebäude passen, man sollte es auch empirisch jederzeit prüfen können und die Randbedingungen sollten sehr genau definiert sein.

Ob eine Massnahme (z.B. Konjunkturpaket) wirkt oder nicht, hängt nämlich z.B. von ihrem Umfang ab (wieviel Geld und wie lange?), vom Verschuldungsgrad der Wirtschaft und Bürger (entschulden die Menschen zuerst, bevor sie wieder investieren?), der Durchlässigkeit der Grenzen (fliesst Geld ab?), der Zielgerichtetheit (welche Gruppe bekommt das Geld?) usw. ab. Für eine politische Empfehlung müssten dann auch noch moralische Überlegungen mit einfliessen.

Ich bin nicht so vermessen, zu glauben, ich könnte dieses neue volkswirtschaftliche Paradigma auf die Beine stellen, aber ich möchte in dieser Artikel-Reihe interessante Zusammenhänge und Modelle vorstellen und verlinken. Denn es bewegt sich einiges, leider noch viel zu wenig und viel zu langsam. Die Verwirrung ist groß und die alten Ökonomen sind nach wie vor unglaublich mächtig, mit ihrer mittlerweile tief in den Gehirnen verankerten Philosophie für die Reichen.

So, das war es fürs erste, Zeit fürs Bett, schon wieder fast drei Uhr. Ich hoffe ihr müsst nicht so lange auf eine Fortsetzung warten…

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Der Wahnsinn geht weiter…

…Griechenland-Rettung und kein Ende. Interessieren würde mich die Psychologie der Entscheider/Politiker. Kuschen sie? Aus Unwissenheit vielleicht? Weil sie selbst nichts wirklich ändern können oder das zumindest glauben? Aus Angst (mich erinnert das Ganze an das Milgram-Experiment mit den Finanzmärkten als Einpeitscher)? Haben die keine Moral?

Eine Schweigespirale kann man hingegen nicht mehr diagnostizieren, spätestens seit Wagenknechts hervorragender Rede gestern 30.11.2012:

http://www.sahra-wagenknecht.de/de/article/1460.rede-von-sahra-wagenknecht-in-der-bundestagsdebatte-zu-griechenland-am-30-11-2012.html

Mein Gott, ich liebe diese Frau😉 Sie ist im selben Alter wie ich, hat sehr ähnliche Ansichten und sieht auch noch gut aus, wenn ich nicht schon glücklich verheiratet wäre… andererseits scheue ich die Öffentlichkeit, ich könnte nie Politiker werden. Eine grauenhafte Horrorvorstellung, für sowas muss man geboren sein.

Aber zurück zum Thema, im Prinzip trifft Sahra die Sache sehr gut. Einer der wenigen Punkte, womit ich in dieser Sache NICHT mit der Linken überein gehe (spielt in der Rede aber keine Rolle), ist ihr prinzipielles Festhalten am „Europa Projekt“.

Die wollen zwar alles sozialer und demokratischer machen, aber wie die meisten linken Parteien (etwa auch die griechische Syriza oder die frz. „Sozialisten“) sind sie nicht bereit den letzten Schritt (Austritt)  zu gehen, wenn es ihnen nicht gelingt, die anderen EU-Länder zu überzeugen. In diesem Fall bliebe ihnen nämlich dann nur die weitere Exekution von Sachzwängen, was aber der gesamten europäischen Linken einen nicht wieder gutzumachenden Glaubwürdigkeitsverlust bescheren würde.

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Deppeneinzug in Frankreich…

…langsam aber sicher kristallisiert sich das heraus, was viele vor der Frankreich-Wahl vermuteten und befürchteten: Hollande ist ein Umfaller, kein Schmackes, kein Chuzpe, kein Mut gegen das EU-Regime aufzustehen, dafür Sparpakete fürs Volk  und Steuergeschenke für Unternehmen.

Erinnern wir uns, (der populistische😉 Hollande hatte ein (in der deutschen Presse kaum beachtetes) 60 Punkte Programm herausgegeben, welches nicht nur vernünftig klang, sondern Mut machte:

http://www.wiesaussieht.de/2012/05/09/der-60-punkteplan-von-francois-hollande/

und was bisher daraus wurde (neben einer Menge erwartbar fruchtlosen Aktionismus und Kleinprogrammen):

Punkt 14: „Neuordnung der Steuer und Sozialsysteme und Einbeziehung der Kapitaleinkommmen“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/frankreich-hollande-will-reichensteuer-verwaessern-a-854427.html

Demnach hat er bei seiner „Reichensteuer“ die Kapitaleinkommen komplett ausgeklammert und die Steuer auf 2 Jahre begrenzt, was die Sache zu einer Farce macht. Übrigens kein Thema in der deutschen Presse. Es gab kleinere Artikel als die Steuer beschlossen wurde, das Thema Kapitaleinkünfte kommt nicht mehr vor (die „wir-haben-es immer-gewusst-Reiche-besteuern-bringt-nichts“- Fraktion jubelt):

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/frankreich-beschliesst-reichensteuer-a-862477.html

So kann man linke Politik lächerlich und kaputt machen, Danke Hollande! Man darf gespannt sein, was er unter „Neuordnung“ versteht.

Und alle Linken seien gewarnt: MACHT PLÄNE FÜR EINE EINSCHRÄNKUNG DER KAPITALFREIZÜGIGKEIT, KONTROLLIERT DEN MARKTZUGANG UND KÜMMERT EUCH UM AKTIVE GELDPOLITIK! Ansonsten landet ihr auch als Bettvorleger im TINA-Fieber. Ohne Grenzen erpresst uns das Kapital, nichts anderes steckt hinter der EU und der WTO!

Aber noch nicht genug, nachdem nun schon Schröder den Sarkozy einzuwickeln versuchte:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/frankreich-le-modele-gerhard-schroeder-11573350.html

Braucht er sich die Mühe bei Hollande offenbar gar nicht machen:

http://www.ftd.de/politik/europa/:agenda-2014-wie-hollande-frankreich-aus-der-krise-navigieren-will/70088708.html

Agenda2014! die deutsche Race-to-the-Bottom Lösung, nach der man einfach alle anderen Länder unterbieten muß, scheint auch französischen Sozialisten zu gefallen. Nicht auszudenken was auf uns zukommt, wenn die damit Erfolg haben! Race-to-the-Bottom halt. Konkurrenz hat immer Verlierer: uns, das Volk. Angebotspolitik und neoklassischer Hokuspokus. Apropro: erinnern wir uns an die neoklassichen Deppen, wenn denn irgendwann wieder Blut fliesst in Europa, lange kann es nicht mehr dauern. Ach und ja, an den offenbar namenlosen Leitartikel-Schmierer  von der FTD auch, der unverholen freudig schreibt „Zumal Hollande nun ehrlicherweise davon ablässt, mit klassisch linken Akzenten typischer Nachfragepolitik nur seine eigene Klientel zufriedenzustellen.

Nachfragepolitik=linke Klientelpolitik, Wahlversprechen brechen=ehrlich. So funktioniert das neoliberale Neusprech. Nur was den Reichen nützt ist ehrlich und gut.

Aber was hat mich eigentlich bewogen diesen Artikel zu schreiben? Das hier:

http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/der-fiskus-in-frankreich-gibt-und-nimmt-1.17768882

Zitat:

„Frankreichs Regierung hat rasch auf die Publikation des Gallois-Berichts reagiert. Einen Tag nach dessen Kritik an der Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft hat Premierminister Jean-Marc Ayrault einen Aktionsplan hervorgezogen.“

So ein Schmierentheater! Ein Louis Gallois (Absolvent der frz. „Elite“-Schmieden, bei der Rüstungsfirma EADS beschäftigt), erklärt Frankreich zum „kranken Mann Europas“ (Dank Griechenland als Vergleich, sind die Formulierungen milder als damals in Deutschland) und voila, einen Tag später hat man einen fertig ausgearbeiteten Plan in der Schublade:

„Steuerermässigungen ab 2014 im Umfang von 20 Mrd. €.“

und

„Je 10 Mrd. € sollen durch Anhebung der Mehrwertsteuern «hereingeholt» bzw. durch Sparanstrengungen kompensiert werden.“

Oder drücken wir es konkret aus: Kapitaleigner und Firmenbesitzer werden entlastet, das Volk muss Lohneinschnitte hinnehmen (nichts anderes ist eine Mwst.-Erhöhung und verringerte Staatsausgaben). Alles natürlich nur, damit es dem Volk in Zukunft besser geht, was sonst😉

Ehrlich gesagt bin ich hinsichtlich Hollande noch zu keinem abschliessenden Urteil gekommen, seine Bilanz ist insgesamt durchwachsen und nicht so schlimm wie sie sein könnte. Es scheint, als versuche er zwischen aufgedrängtem Austeritätsblödsinn ala Deutschland und Nachfragepolitik zu balancieren. Das wird absehbar scheitern, so wie der deutsche Versuch, sowohl Euro, wie auch innereuropäische Exportüberschüsse, wie auch verliehenes Kapital zu retten. Es geht rein logisch nicht.

Hollande kann nicht wie er will, weil er dazu Geld drucken müsste. Das kann er nicht, weil die Deutschen das nicht wollen und weil er nicht aus dem Euro raus will. Mit Euro und Kapitalfreizügigkeit bleibt er aber erpressbar, er bleibt abhängig von Finanzmärkten und privaten Investoren, er muss hohe Zinsen für Staatsanleihen zahlen, er muss Outsourcing und Steuerflucht hinnehmen, er muss den debilen deutschen Stabilitätsfetisch ertragen. Oder mit anderen Worten: dem Kapital die Füße lecken, damit es sich wohl fühlt und nicht ins nächste Dumpingland verschwindet.

DAS Problem aller Länder, die nicht so richtig verstanden haben, dass es den „komparativen Kostenvorteil“ des Freihandels von Adam Smith nur dann gibt, wenn Vollbeschäftigung herrscht und die gleichnamige Version von David Ricardo typisch halbwahrer Ökonomie-Theorieschrott ist, der in der Praxis Arbeitnehmer entrechtet, die Demokratie aushebelt und Heuschreckenkapitalismus fördert.

Oder ist Hollande auch nur ein neoliberales U-Boot? Wie Schröder agiert er immerhin nicht, aber die Aussage von Krysmanski scheint trotzdem nicht ganz falsch zu sein:

„Das politische Spektrum soll durch solche Verbrüderungen jedenfalls auf rechte Neoliberale und linke Neoliberale eingegrenzt werden. Und uns soll es gleichgültig werden, wer die nächsten Wahlen gewinnt, so wie in den USA. Über die dortige Situation schreibt Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman: „Wir bekommen auf jeden Fall eine Regierung von den 0,01 Prozent durch die 0,01 Prozent für die 0,01 Prozent.““

http://www.heise.de/tp/artikel/37/37867/1.html

Edit1: Weil man in diesem Zusammenhang darauf hinweisen sollte: Frankreich hatte bis zur Einführung des Euros (im Jahr 2001) eine vorbildlich ausgeglichene Außenhandelsbilanz:
http://www.querschuesse.de/wp-content/uploads/2011/11/1a83.jpg
erst danach gingen die Kurven (erwartbar) auseinander und die deutschen Exporte nach Frankreich namen zu (wie Joachim Jahnke mal wieder vorbildlich analysiert). Fast könnte man hämisch werden, immerhin hat ja Frankreich (bzw.  Mitterand) sehr ausdrücklich auf dem Euro bestanden, um der Wiedervereinigung zuzustimmen. Was für eine Ironie, dass ausgerechnet dies Frankreich jetzt stranguliert.Auch interessant: die Konsumkurven von Frankreich und Deutschland, so könnte es bei uns auch aussehen, wenn wir nicht bemüht wären, die Welt in Grund und Boden zu dumpen und immer größere Exportüberschüsse zu erzielen.

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Europäischer Finanzfaschismus…

…wer immer noch nicht kapiert hat, warum es in der jetzigen EU niemals eine Demokratie geben wird (sie ist nicht vorgesehen und stände der neoliberalen Bankenpolitik nur im Wege) der sollte sich die aktuellen Zustände in Griechenland anschauen:

http://www.heise.de/tp/blogs/8/153075

Das kann man nur noch menschenverachtend nennen. Ich bekomme die kalte Wut, wenn ich diese beschlipsten überbezahlten Schwätzer und Vollstrecker der Troika (Barroso, Lagarde, Draghi usw.) und an bundesdeutscher Spitze sehe. Der scheinheilige Schäuble, die Merkel, von der man nur weiß, dass man nicht weiß, für was sie eigentlich steht. Ahnungs- oder Skrupellosigkeit und maximale Bürgerferne. Sie verkaufen nicht nur das eigene Volk (ESM), sie zerstören auch noch andere Länder.

Ich vermute fast, dass die mit Druck und Bestechungen die griechischen Politiker gefügig halten, damit diese ihr Verelendungsprogramm weiter durchdrücken. Oder was sollte der Blitzbesuch der Protektorin Merkel in der griechischen Provinz mit 30 Mio Taschengeld?

„Es gibt zwei Wege, eine Nation zu erobern und zu versklaven. Einerseits durch das Schwert. Andererseits durch Schulden.”
„There are two ways to conquer and enslave a country. One is by the sword. The other is by debt.“
Zweiter US Präsident John Adams

Mit dem Schwert ist es Deutschland seinerzeit nicht gelungen…

Sana schrieb 1990 in seinem Buch „Das Vierte Reich – Deutschlands später Sieg“ sinngemäß:

„Nach einer Pax britannica, einer Pax americana und einer Pax sovietica bahne sich, so Saña, am Horizont eine Pax germanica, eine Art Germanisierung Europas an. „Die Hegemonie Deutschlands auf dem Kontinent würde eine Roboterisierung des Homo europeus mit sich bringen und das Entstehen einer von jedem menschlichen Gehalt entleerten reinen Leistungsgesellschaft, so seelen- und rücksichtslos wie jene, die die Deutschen in ihren eigenen vier Wänden errichtet haben.“ Die Mehrheit der Deutschen hat sich nach Saña den neuen geschichtlichen Bedingungen zwar angepaßt, aber hinter diesem, von den Siegermächten eingeleiteten Normalisierungsprozeß leben viele der psychischen Syndrome weiter, die in der neueren Geschichte Deutschlands fast chronisch sind: nationaler Größenwahn, Rassismus, uneingestandene Ressentiments, Selbstgerechtigkeit, unbedingter Durchsetzungs- und Expansionsdrang, pubertäres Geltungsbedürfnis und Sehnsucht nach der einstigen, durch eigenes Verschulden verlorenen Macht. Nicht die Freiheit werde in der BRD als das höchste Gut angesehen, sondern die Moral der Profitmaximierung um jeden Preis, dies sei die wahre Identität der Deutschen.“

Quelle: http://www.bruecke-saarbruecken.de/Nummer137/quijote137.htm

Hatte er Recht? Nicht in allen Punkten, aber im Wesentlichen offenbar schon. Er hat übrigens sogar einen Extra-Satz für Merkel formuliert:

„Es wird auch nicht die Komik fehlen, die unvermeidliche Komik des deutschen Michels als neuer Herrscher“

Passt das nicht zu der seltsam Oma-haften Frau, mit ihrem puritanischen und scheinbar vollkommen emphatiefreien rollstuhlfahrenden Finanzminister, welche das mächtigste europäische Land regieren, ein Land ohne Souveränität, ein Land ohne Verfassung, ein Land weitgehend ohne echte Demokratie, ein Land in dem die Spitze offen Korruptionsbekämpfung verhindert? Ein Land in dem das heraufdämmernde europäische Großreich stets als alternativlos angepriesen wurde und kontroverse öffentliche Debatten darüber ebensowenig stattfanden (und finden) wie politische Opposition?

Und wie sie sich zieren zu „führen“? Wie es der sabbelnde deutsche Medienmainstream ohne jede Scham einfordert:

http://www.welt.de/debatte/article108932919/Kopf-hoch-Deutschland-muss-fuehren.html

Interessant an dem Welt-Artikel übrigens auch:

„Unsere „Moral“ macht uns nicht zu besseren Menschen, im Gegenteil: meistens zu naiveren, oft sogar zu dümmeren. Moral ist der rosa Schleier vor den Augen, der uns daran hindert, die Welt so zu sehen, wie sie ist: nicht deshalb schlechter, weil dort statt reiner Menschenliebe Kalkül und Interesse walten.“

Ein Satz den Göbbels wohl sofort unterschrieben hätte. Moral ist demnach nicht etwa etwas was man im Kalkül berücksichtigt, sondern überflüssiger Ballast und in der Außenpolitik ohnehin ein Fremdwort. So lieben wir die Springerpresse! (ja das war jetzt ironisch)

Übrigens vernimmt man Führungsforderungen nicht nur aus der konservativen Presse, sondern auch aus Blättern die sich selbst für links-liberal halten, etwa das intensiv nutzerzensierende möchtegern kosmopolitische Blättchen ZEIT:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-01/deutschland-fuehrung

Dort analysiert man naiv gutmenschelnd:

„Was Deutschland zum Führen fehlt, ist eine den ganzen Regierungsapparat erfassende, strategische Bemühung, Befindlichkeiten und Mentalitäten unserer Partner zu erfassen, zu respektieren und deren Interessen in Initiativen für gemeinsames Handeln sichtbar zu berücksichtigen.“

Geht aber mit keinem Wort darauf ein, dass die EU ursprünglich als eine Einheit gleichberechtigter Staaten gedacht war, ansonsten hätte man die ganzen Zwergenstaaten kaum einsammeln können. Es reicht schon eine lächerliche Krise (ja, lächerlich, basierend auf Problemen von luftbuchenden Banken und einer ungeeigneten Währung) und der schöne europäische Lack ist ab und zeigt das hässliche rostige Chassis. Denn Führung bedeutet ja eben nicht endlose Gespräche und Kompromisse (wie der ZEIT-Artikel impliziert), sondern Basta-Politik, das Unterdrücken von Heterogenität um ein wie auch immer definiertes Ziel sicher zu erreichen. Führung bedeutet Autorität, Autorität ist immer undemokratisch, dafür selten fähig, gerecht oder gar moralisch.

Das ficht EUphoriker natürlich nicht an, etwa schwarze-Koffer-Kohl:

http://www.n-tv.de/politik/Kohl-ermahnt-Europa-Skeptiker-article5615551.html

Denn wenn die Fliehkräfte schon die EU auseinandertreiben, dann kommt man mit den billigsten Propaganda-Argumenten, damit nicht alles verloren geht. Nicht die EU sorgt nämlich für Frieden, sondern es gibt die EU, weil in Europa Frieden ist.

Und Frieden ist in Europa wegen der beispiellosen Demokratisierung (ja, wollen wir es mal so nennen, obwohl es nur Repräsentativsysteme sind) des letzten Jahrhunderts. Ende der Militärdiktatur in Griechenland, Portugal und Spanien, Ende des Ostblocks usw. Länder mit Problemen (Ex-Jugoslawien, Türkei-Kurdistan) hat man wohlweislich gar nicht erst aufgenommen.

Ist diese Unterscheidung wichtig? JA. Denn die EU entdemokratisiert Europa wieder und die EU hat einen den USA ebenbürtigen industriell-militärischen Komplex. Zur Erinnerung, die USA sind das kriegerischste Land der Welt:

http://www.spin.de/forum/645/-/472

Angeblich greifen sich „Demokratien“ (selbst repräsentative) idR nicht gegenseitig an, aber das ist nur ein schwacher Trost. Nach innen werden wir also Separationsterrorismus bekommen, nach außen aktive „Interessenpolitik“. Ich mag das nicht Frieden nennen, aber vielleicht bin ich auch einfach zu moralisch und meine Sichtweise ist von einem rosa Schleier durchzogen oder so…

Ach und falls jemand glauben sollte, dass allein wirtschaftliche Verflechtungen Kriege verhindern, das ist keine neue Idee:

„Noch im Juli 1914 lehrt Brentano, dass die wirtschaftlichen Verflechtungen der Moderne einen Krieg unmöglich machten.
Am 24. Juli wird Gumbel mit Bestnote zum Dr. oec. publ. promoviert. Eine Woche später beginnt der Weltkrieg.“
Quelle: http://www.zeit.de/2012/07/Gumbel

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Aus für die Gendergleichheits“forschung“ in Norwegen…

…in Telepolis bin ich über einen Link gestolpert, den ich für bemerkenswert halte:

http://www.youtube.com/watch?v=p5LRdW8xw70

Bemerkenswert deshalb, weil die dort verlinkte Reportage (mit größtenteils englischen Untertiteln) angeblich das Ende der Genderforschung in Norwegen bedeutet hat:

http://agensev.de/agens-meint/aus-fur-gender-2/

Die Reportage ist wirklich gut gemacht und erwischt die „alle Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind rein gesellschaftlich bedingt„-Fraktion quasi mit heruntergelassener Hose. Sie kann keinerlei relevante wissenschaftliche Studie vorlegen, qualifiziert aber seriöse biologische und psychologische Studien als „interessengetrieben“ und „unseriös“ ab. Köstlich diese Pseudoexperten derart vorgeführt zu sehen (sowas würde ich mir für die Neoklassiker wünschen *g*).

Fazit: Interessen-Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind (wie die meisten Eltern praktisch erfahren dürfen) in erster Linie evolutionäres biologisches Erbe, auch wenn eine nicht zu vernachlässigende kulturelle Komponente natürlich immer mitschwingt.

Und die Konsequenz? Da halte ich mich lieber zurück. Es ist vorhersehbar, dass einfacher gestrickte Gemüter sich jetzt zurücklehnen mit „ich wusste es immer, alles kann so bleiben wie es ist„.

Ich teile diese Meinung nämlich keinesfalls und die Reportage gibt das auch nicht her. Die Aussage „es ist unser evolutionäres Erbe, dass Frauen und Männer in ihrer Mehrheit Interessenunterschiede haben (Männer Technik/System, Frauen eher sozial/menschlich)“, sollte man durchaus auf die Goldwaage legen, sie sagt nämlich implizit auch (was dann gern hinten runter fällt):

1) es gibt auch Minderheiten die anders ticken

2) es gibt große Überlappungen

3) aus 1 und 2 folgt wiederrum: es ist richtig beiden Geschlechtern alle Chancen einzuräumen und es kann sich uU auch lohnen diese zu fördern oder Interesse für was neues/anderes zu wecken, wenn das z.B. wirtschaftlich Sinn macht (mehr Ing.-innen statt Sprachwissenschaftlerinnen) auch wenn der Erfolg überschaubar bleiben wird und man ein bisschen Druck rausnehmen kann (Quoten, girls days etc.)

4) man kann umgedreht nicht automatisch folgern, dass alles was bisher Männer/Frauendomäne war, es auch für alle Zeiten bleibt, da muss man schon die Umstände sehr genau anschauen (vergleiche historischen Frauenanteil in den Unis)

5) unterschiedliche Interessen bedeuten nicht zwangsweise auch unterschiedliche Fähigkeiten (wenn auch oft mehr Übung und Erfahrung im entsprechenden Bereich)

6) last not least: wir leben in der modernen arbeitsteiligen Vollerwerbsgesellschaft so gut wie gar nicht nach unserem evolutionären Erbe, der Status Quo ist also immer zu hinterfragen: Frauen an den Herd, Männer in die Firma? Das ist eine Erfindung der Neuzeit. Männer mögen öfter auf der Jagd oder im Kampf gewesen sein, aber ich behaupte mal: verglichen mit heutzutage waren sie stets integraler Bestandteil der Familie, wirkten als Rollenvorbilder und Erzieher usw. mit, während die Frauen mit Feld- und Sammelarbeit ebenso für die Ernährung sorgten. Es gibt eine Tendenz in der Rollenverteilung, aber die ist mitnichten so fix, wie viele das bequemerweise gerne hätten. Entscheidend ist, womit beide (und die Kinder) zufrieden sind.

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Der Euro ist nicht tot, er riecht nur komisch…

…hatte kürzlich jemand im Forum von Telepolis geschrieben, sehr passend.

Man kann schwer verstehen, was und warum das passiert, was momentan passiert. Ist es Dummheit? Ist es Gruppenzwang? Steckt die ganz große Verschwörung dahinter?
Es ist ja eine populäre Forderung, insbesondere aus den wortschwalligen und oft wenig ökonomisch gebildeten Journalistenkreisen, dass wer Schulden hat, sparen müsse. Ebenso oft wird widersprochen.

Nun gut, lösen wie diesen Gegensatz auf, den offenbar viele nicht verstehen:

a) Die sparen-Fraktion: sie nimmt den wirtschaftlichen Mikrokosmos als Bezugspunkt, Hauptargument: so mache ich das auch, wenn ich Geldnot habe, gebe ich weniger aus (bei gleichbleibenden oder höheren Einnahmen). Kann ich nicht mehr zahlen, dann war ich verantwortungslos und lebte „über meine Verhältnisse“.

b) Die Ökonomen-Fraktion: sie betrachtet die gesamte Volkswirtschaft eines Landes und behauptet: eine Volkswirtschaft kann nicht sparen.

Natürlich ist letzteres, also b richtig, warum? Um das zu verstehen, muss man ein bisschen in die Geldtheorie gehen, denn alles ergibt sich letztlich aus einer Tatsache: GELD IST SCHULD (zumindest in unserem derzeitigen Fiat-Money-System). Wer es nicht glauben mag, kann das an verschiedenen Stellen nachlesen, eine sei exemplarisch erwähnt, Zitat:

„Die Geldmenge wird (unter anderem) durch Vergabe von Krediten bzw. Ankauf von Aktiva durch Banken vermehrt und durch Rückzahlung von Krediten bzw. Verkauf von Aktiva von Banken vermindert. Diese Vorgänge nennt man Geldschöpfung und Geldvernichtung.“
http://de.wikipedia.org/wiki/Geldsch%C3%B6pfung#Geldsch.C3.B6pfung_und_Geldvernichtung

Was ergibt sich aus dieser Tatsache unmittelbar?:

1) Ohne Kredite gäbe es gar kein Geld, schuldenfreies Wachstum, wie von den größten Idioten gerne lauthals gefordert, ist gar nicht möglich. Geld wird nicht auf ominöse Weise „erwirtschaftet“, sondern es entsteht, wenn jemand auf Kredit investiert, eine Fabrik oder auch ein Häuschen baut. Geldscheine sind handelbar gemachte Schuldscheine.

2) Geld welches ungenutzt irgendwo rumliegt, oder z.B. ins Ausland fliesst, kann nicht zur Rückzahlung der Schuld verwendet werden. Die Folge: Firmen oder Privatpersonen werden insolvent oder mit anderen Worten: die Wirtschaft kommt direkt in die Rezession, wenn nicht ausreichend Neuschulden dies solange hinauszögern, bis der Panikmodus an den Finanzmärkten einsetzt oder die Privatschuldner alle nicht mehr kreditwürdig sind.

Unzweifelhaft ist 2 in der europäischen Südperipherie (Spanien, Griechenland…) passiert. Ein Außenhandelsdefizit (hauptsächlich gegen Deutschland) also dauerhaft mehr Importe als Exporte und damit ein Abfluß an Geld, verstärkt durch den Abfluß lokaler Vermögen in Steueroasen. Um den Status Quo zu erhalten, mussten also die Staaten die Schulden hochfahren (irgendjemand muss verschulden, damit die Wirtschaft brummt).

Diesen letzten Notanker hat man jetzt gekappt, hauptsächlich dafür verantwortlich: Merkel und Schäuble, die selbsternannten Retter der deutschen Vermögen, des Euros und der Stabilität, in Wirklichkeit die Brünings der Neuzeit. Brandstifter und Totengräber.

Indem sie eine höhere Verschuldung verhindern, gleichzeitig aber die deutschen Exportüberschüsse (und damit Defizite der anderen Länder) beibehalten wollen, kommt es zu einer Geldverknappung in den entsprechenden Ländern. Diese entwickelt die typisch rezessive Eigendynamik: Firmen gehen pleite, Leute werden entlassen, Löhne sinken, es wird nicht mehr investiert (lohnt ja nicht), Kredite werden faul, es wird nicht mehr konsumiert, die Steuereinnahmen brechen ein, die Sozialkosten explodieren.
Das ganze hat natürlich auch einen Effekt auf den Außenhandel: exportierende Unternehmen bleiben relativ stabil und haben sinkende Kosten, Importe sinken mangels Kaufkraft. Daher wird dieses Konzept oftmals beschönigend „interne Abwertung“ genannt. Denn den Effekt teilen sie sich mit der Abwertung einer Währung.

Das ist aber auch schon das Einzige. Während eine Währungsabwertung die Schulden ebenso wie die Vermögen betrifft und die lokale Wirtschaft am Leben lässt (denn lokale Währung kann der Staat immer nachdrucken bzw. fliesst sie nicht so schnell ab), tut eine „interne Abwertung“ genau das Gegenteil: sie stranguliert alles, von den Sozialsystemen, über die Gesundheitssysteme, bis zu den Bildungssystemen und der Wirtschaftsstruktur. In einem Gebilde wie der EU, mit Arbeitnehmerfreizügigkeit, kommt es zum massiven BrainDrain, die jungen Leute verschwinden. Ein enormer dauerhafter Schaden, man schafft damit die sogenannten „strukturschwachen Regionen“, die man später nicht mehr  los wird.

Mehr noch: man ruiniert nicht nur die Zukunftsfähigkeit des Landes, man verunmöglicht die Bedienung der Schulden, man ruiniert sich (aus deutscher Sicht) die Exportüberschüsse, man verunsichert die Finanzmärkte, man schleift massenweise schwer erkämpfte soziale Errungenschaften und Rechte und warum das alles? FÜR NICHTS. Für eine popelige Gemeinschaftswährung hinter der aber die ganze aufgeblasene ahnungslose Besserwisserei der politischen Klasse und der Medien steckt, und für eine irrationale Angst vor Inflation und Instabilität.

JA ZUM TEUFEL, fördert dies die Stabilität? Was wollen Merkel und Schäuble erreichen? Ich verstehe es nicht! Geht es darum alle umliegende Industrie zu ruinieren, zugunsten der eigenen? Dazu die besten Köpfe abwerben? Aber was bringt das Deutschland? Jeder Tag bringt neue Transfers und Bürgschaften, die niemals bedient werden können. Wenn das Ganze zusammenbricht, ist doch erst recht die Hölle los.

Nicht nur, dass man Griechenland ruiniert hat, das kleine symphatische und ziemlich korrupte Land, jetzt auch noch Spanien, man schaue sich die Zahlen an und staune:

http://www.querschuesse.de/spanien/
Jeder vierte arbeitslos, mehr als 50% der Jugendlichen!

Und dazu:

„Dramatisch ist die Lage nun schon in mehr als 1,7 Millionen Haushalten, in denen alle Mitglieder arbeitslos sind … Sie lebt mit ihren beiden Kindern nun ebenfalls von der Rente ihrer Mutter. „Ich mache eine schlimme Zeit durch, doch zum Glück hilft mir meine Mutter“, sagte sie der Tageszeitung El País. Weil es in Spanien keine Sozialhilfe gibt, erhält sie seit neun Monaten keinerlei Unterstützung mehr.
http://www.heise.de/tp/blogs/8/152479

Dritte Welt mitten in Europa. Man kann und will das nicht glauben. Und das rettet den Euro? Natürlich nicht, es wird ihn umso lauter zusammenbrechen lassen.

Defakto gibt es nur mehr wenige Möglichkeiten:

a) Zerfall der EURO-Zone, Einführung nationaler Währungen

oder

b) radikaler Schuldenschnitt mit einem Ausgleichsmechanismus für den Außenhandel der Euro-Nationalstaaten, z.B. wie ich ihn in vorschlage:
https://langweilerblog.wordpress.com/2012/04/27/utopia3-ausgeglichene-ausenhandelsbilanz-ohne-wahrungsspekulation/

oder

c) Dauertransfers (ala Solibeitrag oder Länderfinanzausgleich in Deutschland) mit allen Folgen die das hat (Dauerstreit, eigentlich zu niedrige Zahlungen, abgehängte Regionen,…)

All das einhergehend mit einer Besteuerung insbesondere von hohen Vermögen oder Einsatz der Geldpresse, um die Folgen der Unsicherheit und der Bankencrashs zu überstehen.

Nichts davon will die deutsche Regierung, sie will alles haben und auf nichts verzichten, wie das bockige Kind, welches nicht versteht, dass Bonbonkonsum und der Verzicht auf Zähneputzen zwangsläufig zu einem Zahnarztbesuch führen.

Wir haben jahrelang günstige Kredite ans Ausland gegeben und auf Lohnerhöhungen verzichtet, damit die uns einen dicken Exportüberschuß bescheren. Jetzt merken wir, dass das dumm war: das Geld bekommen wir nicht zurück und die Waren auch nicht. Pech gehabt! Der deutsche Denker, in Wirklichkeit ein Idiot? Die Dichter in den großen Medienhäusern, die stolz die große Narretei der Exportweltmeisterei besangen, sind es auf jeden Fall und sie haben noch nicht viel dazu gelernt…

 

 

 

 

 

 

 

 

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Statement gegen Genitalverstümmelung von kleinen Jungen…

…die Wellen schlagen hoch derzeit:

http://www.heise.de/tp/artikel/37/37292/1.html

Darum geht es: http://www.heise.de/tp/artikel/37/37292/1.html

Edit1: hier ein Video, jeder der sich für Beschneidungen einsetzt, sollte sich das zuerst mal ansehen: http://video.google.de/videoplay?docid=-6584757516627632617

Edit2: in Schweden ist die Beschneidung mehr oder weniger verboten, insbesondere ohne Betäubung. Vor der jüdischen Lobby ist man offenbar trotzdem eingeknickt, bis zum Alter von 2 Monaten darf beschnitten werden: http://www.geburtskanal.de/Wissen/B/Beschneidung_Geschichte.php

Edit3: Piraten-Politiker schildert Beschneidung als traumatisches Erlebnis: http://www.heise.de/tp/blogs/8/152488
unglaublich zu welcher Brutalität die primitiven Abergläubigen in der Lage sind. Es bestätigt nur wieder meine Meinung, dass alle Religionen im Kern irrational und gefährlich sind. Auch das Christentum übrigens, welches die köperliche Züchtigung verherrlicht: http://www.sueddeutsche.de/kultur/erziehung-mit-der-rute-liebe-geht-durch-den-stock-1.1004443
Zumindest in den Kreisen, in denen man sich tatsächlich noch an der Bibel orientiert, in Deutschland neigt man ja eher zu einer strikt neutestamentlich-esoterischen Sichtweise, weil man Probleme mit dem göttlichen Satansbraten aus dem alten Testament hat, der jeden massakriert, der nicht spurt. Und es gibt Leute die so eine Entität freiwillig (!!!) anbeten! Wie krank muss man sein, diesen Typen auch noch „lieben Gott“ zu nennen, obwohl er um der schönen Symbolik willen seinen eigenen Sohn kreuzigen lässt…?

Edit4: Hier hat sich doch noch eine echte ePetition etablieren können:
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2012/_06/_27/Petition_25502.html

Edit5: eine Petition die vom Bundestag das eigentlich selbstverständliche fordert: er möge sich sachlich und fachlich mit dem Thema auseinandersetzen (Petitionslink auf der verlinkten Seite): http://die-petition.de/

Edit6: Wieder ein totes Kind, diesmal bei christlichen Migranten in Großbritannien, die ohne Narkose und unter primitivsten Umständen beschneiden liessen:http://www.heise.de/tp/blogs/6/153287

Irgendwie trifft mich das Thema „Beschneidung“ emotional auch, ich habe selbst einen kleinen Sohn und bei Verletzung meiner eigenen Integrität reagiere ich seit jeher extrem aggressiv.

Daher bedrückt mich, was da im Namen von Religionen, und seit Jahrzehnten geduldet, kleinen Jungen angetan wird. Da erregt man sich (zu recht) über Genitalverstümmelung bei Frauen in Afrika, aber hier in Deutschland schaut man weg. Der jüdisch/muslimischen Lobby wegen? Oder weil es „nur“ Jungen sind? Oder weil die Vorhaut ja „nur“ ein Hautlappen ist und gewisse Kreise die Operation mit einem  läppischen *schnipp-schnapp* umschreiben und verharmlosen.

Leider ist Beschneidung nicht harmlos, sie hat nicht nur weitreichende und irreparable Folgen für das (Sexual)leben des Mannes (ich bin in Foren einigen begegnet die unter ihrer Beschneidung litten), sie ist für die Kinder oft traumatisierend da an einer der empfindlichsten Stellen des kindlichen Körpers oft OHNE Betäubung herumgeschnitten wird! In den USA (wo komischerweise immer noch die MEHRZAHL (!!!) aller Jungen beschnitten wird), überleben die Behandlung wohl an die 100 Kinder pro Jahr nicht (siehe Link unten). Und das wegen einem nicht notwendigen religiösen Ritual. Ich finde das menschenverachtend, primitv und skandalös!

Bei kleinen Jungen ist zudem die Vorhaut noch oft verwachsen mit der Eichel und muss erst abgelöst werden. Aber zu den medizinischen Implikationen lest besser hier, mich gruselt es:
http://wikimannia.org/Genitalverst%C3%BCmmelung#Zahlen

http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Beschneidung_von_Jungen_und_M%E4nnern.html

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/beschneidung-blutiger-schnitt-1596907.html

http://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-staat-muss-die-schwachen-schuetzen

http://www.newscientist.com/article/dn14069-male-circumcision-is-a-weapon-in-the-sperm-wars.html

Dass die Politik (CDU, SPD, Grüne, FDP) das Urteil umgehen will und das (wie üblich) ohne auch nur nachzudenken, sondern einfach um der political correctness Willen, macht mich richtig wütend. Dass es primitive Religiöse en masse gibt: mir egal, aber wenn die es schaffen unser Grundgesetz auszuhebeln, dann brennt die Hütte!

Wen das ebenso aufregt wie mich, hier gehts zu avaaz-Petition:

Hier zur Facebook-Gruppe:
Denn die offizielle Bundestags-Petition wurde offenbar abgewürgt:
dabei handelt es sich ja eh nur um eine lächerliche Bittstellermöglichkeit,
nichtmal die erlaubt man uns.
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